Hanf-Container: Was wusste der Busunternehmer?

Von: Benjamin Jansen
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Illegal in einer Wohnung angebaute Hanfpflanzen (Archivbild). Foto: dpa

Düren. Ein Drogenfund im Gewerbegebiet Rurbenden sorgte im Februar 2009 für große Aufregung. Zollfahnder und Beamte des Bundeskriminalamtes stellten bei einer Großrazzia auf dem Hinterhof eines Busunternehmens 32 Kilogramm Marihuana sicher.

In fünf Seecontainern hatte eine deutsch-niederländische Tätergruppe 1489 Hanf-Pflanzen mit Kunstlicht, Bewässerung und Bedampfung gezüchtet.

Die drei Haupttäter sind inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Juristisch abgeschlossen ist der Fall damit aber nicht, da eine Frage offen geblieben ist: Welche Rolle spielte der Vermieter des Grundstücks?

Nach ersten Angaben der Ermittler stand der Geschäftsführer des Busunternehmens nicht im Verdacht, mit den kriminellen Handlungen in Verbindung zu stehen. Einer der Haupttäter widersprach dem jedoch in seinem Prozess: Der 26-Jährige soll neben der Miete für jede „Ernte” 5000 Euro erhalten und somit „Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge” betrieben haben.

So lautete das Anklageschreiben, das am Dienstag vom Dürener Amtsgericht verlesen wurde. Der Angeklagte wies den Vorwurf von sich und gab an, dass er „von der Situation völlig überrascht wurde”. Neben den Containern, je 20 Quadratmeter groß, vermietete er auch einen Großteil der Lagerhalle. Er sei davon ausgegangen, dass sie zur Zwischenlagerung für den Transport verwendet würde. „Sonst hätte ich das niemals zugelassen.”

1200 Euro monatlich erhielt der Angeklagte für die Halle, von den 5000 Euro, die alle drei Monate für die Container fällig werden sollten, habe er nie einen Cent gesehen.

Richter Hans-Georg Wingen zweifelte die Aussage des Angeklagten an, da das Busunternehmen unmittelbar vor der Insolvenz stand und eine zusätzliche „Finanzspritze” in dieser Situation hilfreich gewesen sein könnte. Darüber hinaus merkte er an, dass die ausgehandelten Mietzinsen deutlich über den „normalen” Konditionen liegen, und der Angeklagte deshalb hätte hellhörig werden müssen.

Die erste Verhandlung endete ergebnislos, da der Haupttäter nicht als Zeuge geladen worden war, und die Anwaltschaft dem Angeklagten die Chance geben wollte, ein Geständnis abzulegen. In diesem Fall wäre eine Haftstrafe von einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt worden. Da der 26-Jährige den Tatbestand aber weiter bestreitet, muss der Prozess fortgesetzt werden. Am 25. Februar wird weiterverhandelt.
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