Handfestes Beispiel für einen nachwachsenden Rohstoff

Von: Beate Weiler-Pranter
Letzte Aktualisierung:
Michael Weber, Hubertus Zander
Michael Weber, Hubertus Zander, Guido Kohnen, Daniela Simon und Hubertus Schmühl (v.r) präsentieren mit der neuen Bank ein handfestes Beispiel für nachwachsende Rohstoffe. Foto: bwp

Heimbach. „Nachhaltigkeit” und „nachwachsende Rohstoffe”. Solche Begriffe sind momentan in aller Munde. Doch wie lässt sich der verantwortungsvolle Umgang mit Natur so anschaulich vermitteln, dass selbst Kinder und Jugendliche dieses Prinzip auf Anhieb verstehen? Den Betreibern des Nationalpark-Gästehauses in Hergarten ist es gelungen.

Im Eingangsbereich des Hauses steht seit kurzem eine schlichte Holzbank. Zusammengesetzt aus vier gehobelten Eichenschwellen, die unsichtbar durch Gewindestangen miteinander verbunden sind.

0,26 Festmeter Holz wurden für das Möbelstück verarbeitet: Exakt jene Menge, die in 38 Minuten auf der 650 Hektar großen, stadteigenen Waldfläche von Heimbach nachwächst. „So viel Holz in so kurzer Zeit!” Darüber staunen die jungen Gäste des Hergartener Hauses immer wieder. „Rund 3500 Festmeter Holz wachsen im Stadtwald Heimbach jährlich zu”, lesen sie auf einem Begleitschild. Und plötzlich ist der abstrakte Begriff „nachwachsende Rohstoffe” fest mit der Bank verbunden.

Initiator dieses nachhaltigen Projektes ist Hubertus Zander. Seit über vier Jahrzehnten kümmert er sich in der Heimbacher Stadtverwaltung um die Bereiche Kultur, Grünflächen, Liegenschaften und Forsten. Während eines Wanderurlaubs im Schwarzwald entdeckte er 2011 einen eindrucksvollen, fast fünf Meter langen Holzbalken. „Daneben stand ein Hinweisschild, dass diese Menge Holz dort in fünf Sekunden nachwächst”, erzählt er. „Seitdem hat mich diese Idee nicht mehr losgelassen. Das wollte ich unbedingt auf die Nationalparkstadt Heimbach übertragen.”

Guido Kohnen und Michael Weber waren spontan begeistert von dem Plan, sodass die Volksbank Heimbach das Projekt finanzierte. Sowohl Kinder als auch Pädagogen seien beeindruckt von diesem handfesten Beweis für nachwachsende Rohstoffe, freut sich Daniela Simon, die das Nationalpark-Gästehaus leitet. „Wir legen großen Wert auf Umweltbildung”, fährt sie fort und verweist auf die Zusammenarbeit mit der Düttlinger Wildniswerkstatt, dem Wasser-Info-Zentrum Eifel und dem Heimbacher Nationalparktor.

Das 2007 eröffnete, barrierefreie und integrative Gästehaus wurde inzwischen von „NatKo”, der „Nationalen Koordinationsstelle - Tourismus für alle”, „via bono”, einer Organisation, die sich für umwelt- und klimafreundliches Reisen einsetzt, und als „Nationalpark Gastgeber” zertifiziert. So steigen Jahr für Jahr die Übernachtungszahlen. Wie in einer Machbarkeitsstudie vorgesehen, kann das Nationalpark-Gästehaus für 2012 - fünf Jahre nach seiner Eröffnung - bereits die angestrebten 30 Prozent Auslastung aufweisen. Und trägt sich somit selber.

Nachfrage wächst weiter

„Während der Schulzeit besuchen uns hauptsächlich Klassen. In den Ferien sind es meist Reisegruppen mit Handicap, die im Durchschnitt zehn bis 14 Tage hier Urlaub machen”, berichtet Daniela Simon. Und seitdem zusätzlich vier Pflegebetten zur Verfügung stehen, wächst die Nachfrage weiter. „Wir haben hier sogar schon eine Diamanthochzeit betreut. Aus ganz Deutschland kamen die Familienmitglieder nach Heimbach, um hier gemeinsam zu feiern”, berichtet Daniela Simon.

Auch Chöre oder Sportvereine buchen die zum barrierefreien Gästehaus umgebaute ehemalige Hergartener Schule für Proben- und Trainingswochenenden. Von der Samba-Gruppe bis zur Football-Mannschaft.
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