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Handball-EM: Daumendrücken bei Familie Ernst

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Freude auf an der Spielerbank: Der Birkesdorfer Simon Ernst (zweiter von rechts) gehört zur Deutschen Handballnationalmannschaft und ist derzeit bei der Europameisterschaft in Polen dabei. Beim EM-Auftakt gegen Spanien hat er sein Team von der Bank angefeuert. Gegen Slowenien ist er zum Einsatz gekommen. Foto: Sport/ Annegret Hilse
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Mit Finn Lemke (rechts) hat Simon Ernst schon bei der Junioren-Weltmeisterschaft gespielt. Im Mannschaftshotel teilen sie sich ein Zimmer. Foto: Bildbyran

Düren/Breslau. Am Sonntagabend ist bei Familie Ernst in Birkesdorf vermutlich ziemlich viel los. Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft in der EM-Hauptrunde im polnischen Breslau ab 18.15 Uhr ihre Partie gegen Russland bestreitet, läuft auch bei den Ernsts das Fernsehen. Und Marion, Achim und Aaron Ernst drücken einem auf dem Spielfeld ganz besonders die Daumen: ihrem Sohn und Bruder Simon.

Der Handballprofi des VfL Gummersbach gehört zum Nationalkader und bestreitet mit dem Team von Bundestrainer Dagur Sigurðsson sein erstes großes, internationales Turnier. „Simon hat ja auch schon in der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft gespielt“, erzählt Marion Ernst. „Wir machen das eigentlich immer so, dass wir die wichtigen Spiele mit Simons Freunden von früher und unseren Freunden zusammen gucken. Wenn wir zu Hause sind.“ Die Spiele zwei und drei der Vorrunde, also die gegen Schweden und Slowenien, haben Marion Ernst und Simons Bruder Aaron nämlich in Breslau in der Jahrhunderthalle gesehen. „Mein Mann konnte leider berufsbedingt nicht mitkommen. Aber für uns war das ein tolles Erlebnis“, schwärmt Marion Ernst. „Die Halle ist schon als Gebäude sehr ungewöhnlich, aber vor allem die Stimmung war einfach toll.“ Auch jede Menge deutsche Fans seien da gewesen, um das Team zu unterstützen. Marion Ernst: „Vermutlich waren auch andere Angehörige von Nationalspielern dort. Aber wir kennen die Leute noch nicht so gut. Das war bei der Junioren-Nationalmannschaft schon anders.“ Gerade der unglaubliche Zusammenhalt und Kampfgeist der deutschen Mannschaft sei auch für die Zuschauer deutlich spürbar gewesen. „Simon hat uns davon auch erzählt. Jetzt konnten wir uns selbst davon überzeugen. Für mich war das wirklich sehr beeindruckend.“

Simon Ernst ist noch relativ neu in der Nationalmannschaft, im Spiel gegen Slowenien hatte er aber seinen ersten EM-Einsatz. „Er profitiert sehr vom Training mit der Nationalmannschaft“, erzählt Marion Ernst. „Er ist von diesem Team total begeistert, sagt aber auch, dass bei den Herren schon alles eine Nummer größer ist als bei den Junioren. Aber ich kann wirklich sagen, dass Simon sehr positiv gestimmt ist.“

Ihr Sohn, sagt Marion Ernst, sei sich seiner Rolle als Neuling im Team der Nationalmannschaft durchaus bewusst. „Aber er will sich eben einbringen, so gut es geht. Und er möchte natürlich auch jede Chance, die er bekommt, bestmöglich nutzen.“

Kurz getroffen

Unmittelbar nach den beiden Spielen, die sie in Breslau gesehen haben, konnten Marion und Aaron Ernst kurz mit Simon sprechen. Marion Ernst: „Ansonsten ist das im Augenblick mit dem Telefonieren eher schwierig. Die Nationalspieler haben ihren festen Tagesrhythmus mit Trainingseinheiten und Mannschaftsbesprechungen und sind sehr eingebunden. Wir haben aber natürlich regelmäßig Kontakt über WhatsApp und SMS und können so immer unsere Grüße los werden.“

Marion Ernst ist zuversichtlich, dass die deutsche Mannschaft bei der Europameisterschaft noch viel erreichen kann. „Ich glaube, dass das Halbfinale für unser Team zu schaffen ist, auch wenn es natürlich eine schwere Aufgabe ist.“ Falls Simon Ernst und seine Handballkollegen in ihren nächsten Spielen am Sonntag gegen Russland und am Mittwoch gegen Dänemark erfolgreich sind, gibt es am Freitag, 29- Januar, kein gemeinsames Handball-Gucken bei Familie Ernst in Birkesdorf. Marion Ernst: „Eines haben wir uns fest vorgenommen: Wenn die deutsche Mannschaft das Halbfinale erreicht, werden wir noch einmal nach Polen fliegen.“

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