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Hambacher Forst: Polizei räumt Protestcamp

Von: smb
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Zwei Tage nach der erneuten Waldbesetzung im Hambacher Forst hat die Polizei mit der Räumung begonnen. Foto: Margret Vallot
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Zwei Tage nach der erneuten Waldbesetzung im Hambacher Forst hat die Polizei mit der Räumung begonnen. Foto: Margret Vallot

Morschenich. Der Hambacher Forst wird wieder geräumt. Erst am Montagabend hatten Klima-Aktivisten das Waldstück nahe dem Flugplatz Morschenich, das in einigen Jahren dem Tagebau Hambach weichen soll, erneut mit Plattformen in den Bäumen besetzt. Um die Mittagszeit meldeten die Aktivisten, dass der Wald geräumt werde und dass etwa 20 Polizisten vor Ort seien.

Die Polizei sprach auf Anfrage unserer Zeitung von einer „Aufklärungsaktion“, bei der man die Lage im Wald mit dem Grundstückseigentümer RWE Power untersuchen wolle. Zudem habe RWE die Eisenfässer und Holzpaletten aus dem Wald geräumt.

Als die Aktivisten meldeten, dass Personen „entfernt“ wurden und dass die Räumung im Gange sei, wurde dies von der Polizei bei mehrfacher Nachfrage dementiert. Es handele sich wohlmöglich um eine „Fehldeutung“ seitens der Aktivisten, sagte Polizeisprecher Willi Jörres. Man habe am Morgen drei Personen angetroffen, zwei davon auf Bäumen. Platzverweise seien jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgesprochen worden. Nach Angaben der Polizei habe sich die Lage am Nachmittag verändert. RWE habe gegenüber den Aktivisten ein Aufenthaltsverbot ausgesprochen. Diesem seien die Personen aber nicht nachgekommen. Daraufhin habe man beschlossen, das Hausrecht von RWE Power durchzusetzen.

„Bei der heutigen Räumung im Hambacher Forst versuchte die im Einsatz befindliche Polizei die Öffentlichkeit massiv zu täuschen“, schlussfolgern die Aktivisten in einer Mitteilung. Anlässlich der erneuten Waldbesetzung und der Räumung erklärt Verena Schloemer, die Vorsitzende der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: „Wir halten es nach wie vor für eine äußerst unglückliche Konstellation, höflich ausgedrückt, dass Landrat Spelthahn einen Sitz im Aufsichtsrat von RWE Power innehat, während er gleichzeitig nicht nur der für die Räumung zuständige Polizeichef ist, sondern auch Leiter der Verwaltung, die in allen Genehmigungsverfahren, die RWE betreffen, involviert ist. Es ist doch unwahrscheinlich, dass der Kreis Düren und RWE immer dieselben Interessen haben. Wir fänden es angebracht, wenn Landrat Spelthahn seinen Sitz im RWE Power-Aufsichtsrat niederlegen würde und seine Tätigkeiten in der Wirtschaft in die Zeit nach seiner politischen Karriere verschieben würde.“

Die Aktivisten demonstrieren im Hambacher Forst gegen den Abbau von Braunkohle. „Mit jeder Räumung, die RWE im Hambacher Forst durchführen wird, wird es mehr Leuten vor Augen geführt werden, dass RWE's Tagebau nur mit massiver Polizeigewalt durchsetzbar ist“, sagt Nina Raykowski, eine der Besetzerinnen des Hambacher Forstes. „Auch wenn unsere Besetzung gegen geltendes Recht verstößt, RWEs Braunkohlepolitik verstößt gegen die Notwendigkeit heute dafür zu sorgen, dass wir auch morgen noch gut auf dieser Erde leben können.“

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