Hambacher Forst: Mehr als 100 Ameisenvölker umgesiedelt

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Im Vorfeld des Tagebaus Hambach werden die Ameisenvölker ausgegraben, um wenig später auf die rekultivierten Sophienhöhe umgesiedelt zu werden. Revierförster Günter Rosenland hat bereits weit über 100 Völker auf die Abraumhalde überführt. Foto: Görgen/RWE Power

Hambach. Ameisen sind gut zu Fuß und sehr gut organisiert. Das sieht man an ihren staufreien Ameisenstraßen. Doch der Weg aus dem Tagebauvorfeld in Ausweichlebensräume ist selbst für sie zu weit. Deshalb siedeln die Rekultivierungsexperten von RWE Power immer wieder ganze Ameisenvölker aus dem Vorfeld des Tagebaus Hambach auf die Sophienhöhe um.

Viel Erfahrung hat damit Revierförster Günter Rosenland. Er hat weit über 100 Ameisenvölker auf den immer noch wachsende, fast vollständig bewaldete Abraumhalde überführt. „Langjährige Beobachtungen der Nester auf der Sophienhöhe zeigen, dass die umgesiedelten Tiere nachhaltig in der Rekultivierung verbleiben und sich weiter ausbreiten und vermehren“, berichtet Gregor Eßer, Leiter der Forschungsstelle Rekultivierung von RWE Power in Bergheim-Paffendorf. „So können die Ameisen ihre wichtigen ökologischen Funktionen im Waldökosystem der Sophienhöhe übernehmen. Sie verbessern die Bodenstruktur, verbreiten Samen, fressen Forstschädlinge oder dienen anderen Tieren, wie dem Grünspecht, als Nahrung.“

In Deutschland gibt es gut 20 Waldameisenarten. Formica polyctena steht auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten in NRW und lebt in Wäldern, an Waldrändern oder in Hecken. Vor allem sonnige Standorte werden bevorzugt, um das Nest auf einer geeigneten Temperatur zu halten.

Die Ameisen ernähren sich von Honigtau, Nektar und Insekten. Sie leben in ihren Nestern als eine Art Staat zusammen. Die Königin legt dabei die Eier, während die geschlechtsinaktiven Arbeiterinnen zuständig sind für Nestbau, Nahrungsbeschaffung, Füttern der Königinnen und Aufzucht von Larven.

Die Männchen hingegen haben nur die Funktion der Vermehrung und sterben nach der Begattung. Bei der kleinen Waldameise können mehrere hundert Königinnen pro Nest vorhanden sein. Oberirdisch besteht das Nest dieser Ameisenart aus Nadeln oder Blättern, im Inneren befinden sich teils zersetzte Holzstücke und Äste. Im Untergrund bildet oft ein Baumstumpf die Basis.

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