Hambacher Forst: BUND befürchtet Fortsetzung der Rodungen

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Morschenich. Der Kampf des BUND-Landesverbands NRW gegen die Rodungen von RWE Power im Hambacher Forst nahe Morschenich geht weiter.

Nachdem die Bezirksregierung Arnsberg am 21. Dezember mit der Anordnung des Sofortvollzugs den laufenden Betrieb im Tagebau Hambach gesichert hatte, hat der BUND beim Verwaltungsgericht Aachen nicht nur einen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der kurz vor Weihnachten eingereichten Klage gegen die Rodungen gestellt. Die Umweltschützer haben darüber hinaus bei Gericht auch eine Zwischenverfügung beantragt, die Rodungen solange auszusetzen, bis über den neuerlichen Antrag über die aufschiebende Wirkung entschieden wurde.

Aber auch RWE Power war nicht untätig. Der Bergbautreibende hat nach BUND-Angaben gegenüber dem Verwaltungsgericht Aachen erklärt, bis Ende Januar keine weiteren Bäume zu fällen. Auch würden im Bereich bereits gefällter Bäume keine weiteren Arbeiten wie das Herausziehen der Stämme erfolgen.

Allerdings sieht der Tagebaubetreiber das Recht weiter auf seiner Seite, wie ein Sprecher gestern auf Nachfrage erklärte. Geplant sei nach BUND-Angaben, die für den weiteren Fortschritt des Tagebaus notwendigen Maßnahmen bis Ende Februar abschließen zu wollen. Aus Sicht des Landesverbands geht RWE Power offenbar davon aus, rechtzeitig die für weitere Rodungsarbeiten notwendigen artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigungen der Unteren Landschaftsbehörden des Kreises Düren und des Rhein-Erft-Kreises zu erhalten.

„Nach dem Motto ‚wo kein Kläger, da kein Richter‘ sei versucht worden, „heimlich, still und leise illegale Rodungen durchzuführen“, erklärt BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. Dieses Vorgehen sei erst mit der Klage vereitelt worden. Der BUND ist davon überzeugt, dass auch nachträgliche artenschutzrechtliche Befreiungen das Problem nicht lösen. Mit den Rodungen würden Lebensräume streng geschützter Tierarten (Fledermäuse, Mittelspecht, Waldschnepfe) vernichtet. Auch sei die Tötung der seltenen Haselmaus nicht ausgeschlossen, weil Winterschlafplätze beeinträchtigt würden. Dies aber sei nach Bundesnaturschutzgesetz verboten.

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