Buir - Hambachbahn: Polizei beendet ‚Party‘ nach gut fünf Stunden

Hambachbahn: Polizei beendet ‚Party‘ nach gut fünf Stunden

Von: sis
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Damit die mit Bügelschlösser aneinandergeketteten Gleisbesetzer bei der Arbeit mit dem Trennschleifer nicht verletzt wurden, mussten die Braunkohlegegner mit Planen geschützt werden. Foto: Franz Sistemich
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Fortgetragen werden musste etliche Braunkohlegegner von Polizisten, manchmal auch in Planen.

Buir. Die „Party auf Hambachbahn“ hat am Samstagmorgen etwa fünf Stunden gedauert. Gegen 6 Uhr zwangen die Braunkohlegegner einen Zug der Hambachbahn mit Lichtsignalen zum Halten. Gegen 11.30 Uhr trugen Polizeibeamte den letzten Braunkohlegegner von den Gleisen.

Insgesamt vermeldeten die Gesetzeshüter 26 Personen, die in polizeiliches Gewahrsam genommen worden sind. Die Geschlechter waren gleich stark vertreten: 13 Männer und 13 Frauen wurden nach Aachen transportiert. Dort wurden sie, sofern sie sich nicht ausweisen konnten oder wollten, erkennungsdienstlich behandelt.

Mit der Hambachbahn transportiert RWE Power Braunkohle zu den Kraftwerken. Und so gehört auch die Bahn neben den Baggern zu den Zielen, wenn die Braunkohlegegner, die am Rand des Tagebaus Hambach campieren, von dort aus immer wieder ihren Unmut mit Aktionen freien Lauf lassen.

„Um jeden Meter kämpfen“ – unter diesem Motto stand die Kampagne am Samstag. Grund waren die Rodungsmaßnahmen, mit denen RWE Power zwischen Oktober und Ende März den Hambacher Forst für die Arbeit der Bagger vorbereitet. In den kommenden Monaten sollen nach RWE-Angaben 68 Hektar Wald gerodet werden.

Polizei und Energiekonzern konnten sich auf die Aktion der Braunkohlegegner vorbereiten können. Die begann eben gegen 6 Uhr an der Brücke 159 am Bahnhof in Buir. Etliche Personen befanden sich auf den Gleisen. Mit Lichtsignalen machten sie den Lokführer einer nahenden leeren Bahn auf sich aufmerksam. Der löste den Alarm aus.

Und so rückte die Polizei mit Beamten aus ganz NRW zum Einsatz an. Unter ihnen befanden sich auch Mitglieder einer Technischen Einsatzeinheit. Die durften sich um sieben Männer und Frauen kümmern, die sich nicht nur an den Gleisen festgekettet hatten. Drei von ihnen hatten sich mit Bügelschlössern aneinandergekettet, die übrigen vier sich jeweils zu zweit mit Röhren unter den Schienen verbunden.

Mitarbeiter von RWE Power mussten deshalb erst die Schienen entfernen, ehe die Polizisten mit Trennschleifern zur Tat schreiten konnten. Dann brachten andere Beamte die Gleisbesetzer zu den Einsatzfahrzeugen, in denen sie nach Aachen zum Polizeipräsidium gefahren wurden.

Mancher Braunkohlegegner musste dabei von den Beamten von den Schienen weg- die Böschung hinaufgetragen werden zu den Polizeiwagen. Andere gingen in Begleitung. Einigen Braunkohlegegnern wurde nach Angaben der Polizei auch ein Mundschutz verpasst, damit sie Beamte nicht weiter bespucken konnten.

Nachdem die Polizei die Blockade unter der Brücke 159 am Buirer Bahnhof beendet hatte, stellte sich die Frage, ob damit die „Party auf dem Hambachbahn“ für das Wochenende wirklich zu Ende war. Weitere Aktivisten wurden jedenfalls noch in der Nähe der Gleise beim Spaziergang gesehen. Es blieb aber alles ruhig. Ab 12.30 Uhr transportierte die Hambachbahn wieder Kohle, abends waren aller Gleisbesetzer wieder auf freiem Fuß.

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