Hallenschließungen: Kritik an der Stadt

Von: sj/ja
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Die Überprüfung in Düren hat zum Teil erhebliche Mängel ans Tageslicht gebracht. Die Stadt sich am Dienstag dazu entschlossen, betroffene Hallen und solche, bei denen eine Untersuchung noch aussteht, vorsorglich zu schließen. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. „Für die Vereine und den Schulsport ist das brutal hart“, kommentiert Wolfgang Schmitz vom Kreissportbund den kurzfristigen Entschluss der Stadt Düren, 19 ihrer 42 städtischen Sporthallen zu schließen. „Mit Blick auf die Sicherheit und Haftungsfragen kann ich das nachvollziehen“, sagt Schmitz.

Die Tatsache, dass bei so vielen Hallen bereits Sicherheitsmängel festgestellt oder befürchtet werden, zeige ihm aber, dass es in den vergangenen Jahrzehnten einen enormen Investitionsstau gegeben haben muss. „Instandhaltung und Pflege von Sporthallen haben offenbar nicht Priorität genossen.“ Alternativen für Vereine und den Schulsport gebe es aus seiner Sicht kaum. „Die Kapazitäten waren schon vorher äußerst begrenzt“, bilanziert Schmitz. Er hofft nun, dass die Überprüfungen und Reparaturarbeiten so schnell wie möglich ausgeführt werden.

Nach dem Einsturz einer Turnhallendecke in Bochum hatte das NRW-Bauministerium im Spätsommer alle Kommunen auf die mögliche Gefährdung hingewiesen, dass sich genagelte Deckenplatten baugleicher oder ähnlicher Konstruktionen aus den 60er bis 80er Jahren im Laufe der Jahre lösen und herabstürzen können. Die Überprüfung in Düren hat zum Teil erhebliche Mängel ans Tageslicht gebracht. Die Stadt sich am Dienstag dazu entschlossen, betroffene Hallen und solche, bei denen eine Untersuchung noch aussteht, vorsorglich zu schließen.

Kreis: Nur ein Schwachpunkt

Beim Kreis Düren ist die Untersuchung bereits abgeschlossen. Für die Erneuerung der Turnhallendecke der Christophorus-Schule sollen 150.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. „Es besteht kein akuter Handlungsbedarf, die Sicherheit ist gewährleistet. Wir wollen die Halle aber in den Ferien 2016 sanieren“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn der DZ. Bei den Hallen der Berufskollegs habe es keine Beanstandungen gegeben.

Kein Handlungsbedarf besteht in den Gemeinden Langerwehe, Vettweiß, Nörvenich, Merzenich und Niederzier. In Nideggen und Heimbach kamen ebenfalls keine Mängel ans Tageslicht. „Die Berichterstattung über die Stadt Düren nehmen wir aber zum Anlass, sicherheitshalber noch einmal eine zweite Untersuchung zu starten“, sagte Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer.

In Kreuzau musste an zwei der fünf Hallen nachträglich die Deckenkonstruktion verschraubt werden, die Kosten: 7300 Euro. In der Gemeinde Hürtgenwald wurden in der Vossenacker Turnhalle bereits für 6000 Euro Nägel gegen Schrauben ersetzt. Die Decke der Turnhalle in Gey wurde zunächst provisorisch gesichert, nach Karneval steht noch eine weitere Untersuchung an. Sollte eine Komplettüberarbeitung nötig sein, soll diese in den Herbstferien erfolgen.

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