Hallenbadneubau am Holzbendenpark

Von: Jörg Abels
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Mangelhafte Wärmedämmung, Abdichtungsprobleme, Korrosionsschäden, Risse und Abplatzungen an Fliesen, undichtes Dach: Das 1972 erbaute Hallenbad Jesuitenhof weist wirtschaftlich nicht mehr zu sanierende Schäden auf. Schon 2016 könnte mit dem Neubau begonnen werden. Foto: Abels

Düren. Der Dürener Stadtrat hat sich in einer Grundsatzentscheidung für den Neubau eines Sport- und Familienbades ausgesprochen. Möglicher Standort könnte das bisher vom Stiftischen Gymnasium genutzte Sportgelände am Rande des Holzbendenparks sein. Ein Neubau am Gürzenicher Badesee ist vorerst vom Tisch.

Der Grund: Nur mit einem Neubau in unmittelbarer Nähe des bisherigen Hallenbades Jesuitenhof kann die Stadt auf Fördermittel des Bundesbauministeriums aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in Millionenhöhe hoffen. Geld, auf das die Stadt nicht verzichten will.

Zuschuss: gut vier Millionen Euro

Der Bund fördert Ersatzneubauten bis zu einer Maximalhöhe von neun Millionen Euro mit bis zu 45 Prozent. Im Idealfall könnte die Stadt einen Zuschuss von gut vier Millionen Euro erhalten. „Die Entscheidung über die Vergabe fällt bereits Mitte Dezember“, kündigte Richard Müllejans, Leiter des Dürener Service Betriebs im Stadtrat an. Der DSB betreibt seit 2011 das 1972 erbaute und aufgrund seiner vielfältigen baulichen Mängel wirtschaftlich kaum mehr zu sanierende Hallenbad Jesuitenhof und er bereitet auch die Planungen für den Neubau vor, der – laut Müllejans – ein Gesamtvolumen von 13 bis 14 Millionen Euro haben soll.

Mit „Grünem Licht“ aus Berlin könnte der Neubau 2016 schnell Fahrt aufnehmen. Allerdings hat sich der Stadtrat die endgültige Entscheidung über den genauen Standort im oder am Holzbendenpark noch offengehalten. „Darüber wollen wir erst entscheiden, wenn klar ist, ob die Fördergelder auch fließen“, kündigte der SPD-Fraktionsvorsitzende Henner Schmidt für die „Ampel“-Koalition an. „Wir werden sehr sensibel mit dieser Frage umgehen und sehr sorgfältig mit den Rechten des Stift an der bisherigen Sportanlage umgehen“, kündigte Baudezernent Paul Zündorf an. Gesucht wird derzeit nach Alternativen für das Gymnasium. Nur Heidi Meier-Grass (BfD) äußerte grundsätzliche Bedenken gegen den Standort am Holzbendenpark.

Das neue Hallenbad soll ein 50-Meter-Sportschwimmbecken mit acht Bahnen erhalten, das mit modularen Trennwänden Vereinstraining und Familienbad nebeneinander ermöglichen würde. Darüber hinaus sind eine Sprunganlage mit Ein-Meter- und Drei-Meter-Brett sowie ein 10 x 12 Meter großes Lehrschwimmbecken für den Schulsport vorgesehen. Im Raum steht auch eine Tribüne für Wettkämpfe, die Platz für rund 190 Zuschauer bieten würde.

Das komplett barrierefreie Raumprogramm sieht neben Umkleiden und sanitären Einrichtungen darüber hinaus auch eine Sauna mit Erholungsbereich im angrenzenden Park sowie ein Restaurant mit Innen- und Außengastronomie vor, das die Aufenthaltsqualität im Holzbendenpark steigern würde, ist Müllejans überzeugt. Damit würde auch eine Forderung aus dem Masterplan Innenstadt erfüllt. Dach und Seitenwände könnten so gestaltet werden, dass Teilbereiche im Sommer bei gutem Wetter geöffnet werden können. Müllejans spricht von „Cabrio-Elementen“, die für Open-Air-Charakter sorgen würden. Er ist optimistisch, dass eine Lösung für das Gymnasium gefunden werden kann.

Sollte das Bauministerium eine Förderung des Neubaus ablehnen, müsste im Januar/Februar neu überlegt werden. Dann müsse man auch noch einmal über den Standort am Badesee nachdenken. Beide Standorte hätten Vor- und Nachteile, für den Holzbendenpark spreche derzeit jedoch die Aussicht auf die Fördermillionen. Für Müllejans steht fest, dass an einem Neubau kein Weg vorbeiführt. Eine Sanierung sei nicht nur unwirtschaftlich, sie würde auch die Vereine und Schulen mindestens zwei Jahre ausbremsen.

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