„Halbgott in Nöten“: Komödie mit Kalle Pohl

Von: Anke Holgersson
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Comedystar Kalle Pohl war als Dr. Fritz Tiedemann im Haus der Stadt zu sehen. Er spielte in einer Inszenierung der Komödie „Halbgott in Nöten“, hier mit Annette Schneider als Irene Tiedemann. Foto: Holgersson

Düren. Kalle Pohl, der so gerne selbst darüber witzelt, dass er eher klein geraten ist, ist gleichwohl einer der größten Comedians in Deutschland. Der in Merzenich geborene Schauspieler, Comedian und Autor war am Sonntag als Dr. Fritz Tiedemann in der Komödie „Halbgott in Nöten“ zu sehen.

Das Stück ist eine Inszenierung der Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig. Geschrieben wurde es von Erich Virch, der neben Boulevardkomödien und Krimis auch fürs Kabarett schreibt. Pohl gehört zu seinen Auftraggebern. Kein Wunder also, dass gerade Virch das Vorhaben, Pohl die Rolle des charmant-hysterischen Frauenarztes auf den Leib zu schneidern, außerordentlich gut gelungen ist.

Tiedemann will Chefarzt werden, und zwar in der erzkonservativen katholischen Aloisius-Klinik. Da passt es ihm natürlich überhaupt nicht in den Kram, dass seine Tochter Julia sich als feministische Aktivistin nackt im Kölner Dom zeigt und prompt in die Schlagzeilen gerät. Flugs will er sie mit Kevin Müller verheiraten, um erstmal Ruhe in die Sache zu bringen und mit der erhofften Namensänderung nach der Hochzeit nicht mehr mit ihr in Verbindung gebracht zu werden. Doch Julia hat sich in den jungen Arzt Andi Löffler verliebt.

Auch diese Heirat wäre dem verzweifelt um den Chefarztposten kämpfenden Vater recht. Nur stellt sich im Kennenlern-Gespräch heraus, dass der Schwiegersohn in spe eigentlich Andrós heißt und der Sohn von Tiedemanns einstigem Seitensprung auf der gleichnamigen griechischen Insel ist.

Richtig: Hier haben sich Schwester und Bruder ineinander verliebt. Und so gilt es jetzt, mit allen Mitteln eine Geschwisterehe zu verhindern. Die eigenen Notlügen, Ausflüchte und falsche Fährten kann das Familienoberhaupt bald selbst nicht mehr durchschauen, und so kommt es, wie es kommen muss: Alles fliegt auf. Jedoch anders als gedacht.

Virch gelang mit seiner Story ein großartiger Boulevard-Coup mit wenig vorhersehbaren Wendungen, aktuellen Bezügen und intelligenten Dialogen. Mittelpunkt in einem insgesamt sehr starken Ensemble: Kalle Pohl selbst. Sein Tiedemann wirbelte in Louis de Funès-Manier über die Bühne, zog die Augenbrauen nach oben und rief „Hm!“ und „Nein!“ wie der französische Kult-Komiker.

In Verbindung mit dem Pohlschen Mimikrepertoire und seinen trockenen ans Publikum gerichteten Bemerkungen ergab sich eine wunderbare Mischung, die die Gäste im beinahe ausverkauften Haus der Stadt liebten, was sie mit großzügigem Zwischen- und Schlussapplaus belohnten.

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