Häusliche Gewalt wird noch immer tabuisiert

Von: ajo
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Die Organisatorinnen des Filmabends wollen das Thema häusliche Gewalt aus der Heimlichkeit holen. Foto: Annika Johnen

Düren. „Häusliche Gewalt ist immer noch ein enormes Problem, das in unserer Gesellschaft tabuisiert wird“, berichtete die Leiterin des Dürener Frauenbüros, Gilla Knorr, anlässlich des bevorstehenden Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen“.

Gemeinsam mit dem Dürener Frauenforum, der Gleichstellungsstelle des Kreises Düren und dem Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen im Kreis Düren macht das Frauenbüro mit dem mehrfach prämierten Film „Festung“ auf eine Thematik aufmerksam, über die sonst meist geschwiegen wird.

„Wir möchten zum Nachdenken anregen und für das Thema sensibilisieren. Die Hemmschwelle der Betroffenen, sich an öffentliche Beratungsstellen zu wenden, ist noch sehr hoch“, betonte Knorr. „Meist wird häusliche Gewalt verheimlicht und die Kinder werden zu hilflosen Opfern, machen traumatische Erfahrungen“, unterstrich die Leiterin des Frauenbüros. Im Film kehrt ein gewalttätiger Vater von seiner Therapie zurück, alle sind frohen Mutes, doch er wird rückfällig. „Der Film ist sehr authentisch, er spiegelt die Realität wider. Gleichzeitig geht die Regisseurin aber auch sehr behutsam mit dem Thema um“, bekräftigte Iris Papst von der Frauen-Union Düren.

Jedes Jahr gibt es in allen Städten Deutschlands, so auch in Düren, Fahnenaktionen und Veranstaltungen am 25. November. Immer wieder haben die engagierten Frauen gemeinsame Aktionen zu unterschiedlichen Themen organisiert. „Dieses Mal möchten wir bewusst aus einer anderen Perspektive auf die Notsituation bei häuslicher Gewalt aufmerksam machen, und zwar aus der der Kinder“, sagte Sonja Waltl vom Verein „Frauen helfen Frauen“ Düren.

Öffentlichkeit schaffen

„Zudem erhoffen wir uns vom Medium Film, dass auch junge Erwachsene sich eher angesprochen fühlen, sodass die allgegenwärtige Problematik eine breite Öffentlichkeit findet“, merkte Anke Holtmann-Ritsch vom SkF an. Im Anschluss an den Film mit Elisa Essig in einer der Hauptrollen bietet „Frauen helfen Frauen“ in Zusammenarbeit mit dem Dürener Frauenhaus die Möglichkeit zum Gespräch.

Zur Filmvorführung am kommenden Donnerstag, 21. November, um 18 Uhr im Haus der Stadt sind alle interessierten Frauen, Männer und Jugendliche ab 16 Jahren eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos.

„Wir würden uns wünschen, dass möglichst viele die Gelegenheit wahrnehmen“, stellte Knorr heraus und betonte: „Wir sehen den Film als einen symbolischen Hinweis auf das enorme Ausmaß an Gewalt“.

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