Häusliche Gewalt erkennen: Jeder vierte Frau wird Opfer

Von: bel
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Elke Ricken-Melchert, Koordinatorin „Runder Tisch Gewalt gegen Frauen”, Referentin Edith Beleites und die Frauenbeauftragte der Stadt Düren, Gilla Knorr (v.r.) eröffneten die Ausstellung „Warnsignale”. Foto: Elberfeld

Düren. „Wie kann das passieren?”, lautet eine immer wieder gestellte Frage, wenn ein prominentes Mitglied unserer Gesellschaft vom Ehemann verprügelt worden ist. Dazu hatte die Referentin des Abends, Edith Beleites, zum Thema „Warnsignale - häusliche Gewalt erkennen und handeln” eine überraschende Antwort.

„Häusliche Gewalt ist in allen Gesellschaftsschichten gleichermaßen zu finden”, erläuterte sie im Bürgerbüro. Dass diese Art der Gewalt, von der in Deutschland und weltweit viele Mädchen und Frauen betroffen sind, nur in sozial schwachen Schichten vertreten sein soll, ist eine Mär. In Europa ist jede vierte Frau Opfer häuslicher Gewalt, sagen Experten.

Elke Ricken-Melchert, Koordinatorin des „Runden Tisches Gewalt an Frauen des Kreises Düren” und die Frauenbeauftragte der Stadt Düren, Gilla Knorr, holten zu diesem diffizilen Thema die Ausstellung in den Kreis Düren, damit sich auch hier Betroffene und Angehörige von Betroffenen informieren können.

Edith Beleites, die Übersetzerin des Buches von „Und das soll Liebe sein?” von Rosalind Penfold, war zur Ausstellungseröffnung aus Hamburg mit Schautafeln und Literatur angereist, um von ihrer Begegnung mit Autorin Penfold und ihrer Arbeit bei der Übersetzung zu berichten.

Ein ungewöhnliches Buch

„Eine einfache Übersetzung war das nicht”, bekannte Beleites. Das Buch ist kein gewöhnliches Buch, sondern es ist in der Art eines Comics gestaltet mit vielen Zeichnungen und erklärenden Texten. Rosalind Penfold, selbst zehn lange Jahre Opfer häuslicher Gewalt, ist nämlich von Beruf Grafikerin. Diese zehn Jahre hat die kanadische Autorin nach jeder Attacke ihres Mannes minutiös auf Blättern ihre Erfahrungen wie ein Tagebuch aufgezeichnet. Jetzt liegt der „Grafik Roman” in mehreren Sprachen vor und kann im Bürgerbüro erworben werden.

Zu sehen ist die Ausstellung im Bürgerbüro bis kommenden Dienstag.
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