Vettweiß - Häkchen für oder gegen die Windkraft

Häkchen für oder gegen die Windkraft

Von: Sarah Maria Berners
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An der L 33 stehen bereits Win
An der L 33 stehen bereits Windräder auf Vettweißer Gebiet. Werden weitere Windvorrangzonen ausgewiesen, könnten rund um die Hühnermast- und Biogasanlage neue gebaut Foto: Berners

Vettweiß. Die Gemeindeverwaltung hat ihre Bürgerbefragung zum Thema Windkraft gestartet. Auf der Internetseite und im Amtsblatt, das in diesen Tagen die Haushalte erreicht, werden die Bürger gefragt, ob sie möchten, dass die Gemeinde weitere Vorrangzonen für die Windkraft ausweist.

Die CDU-Fraktion hatte die Befragung der Bürger in der vergangenen Ratssitzung angeregt. Die Vettweißer können aber nicht nur allgemeine Zustimmung oder Abneigung äußern. Sie können auch ihre Meinung zu drei diskutierten Flächen abgeben. Zum besseren Verständnis gibt es auch Kartenmaterial. Die Firma Energiekontor wird in der kommenden Woche Informationsveranstaltungen in zwei Orten anbieten.

Für zwei Flächen mit jeweils 1000 Metern Abstand von der Wohnbebauung liegen die Potenzialanalysen bereits vor. Laut Bernhard Baumann, Projektkoordinator bei Energiekontor, sind diese Flächen optimal geeignet.

Zone 1 umfasst Ackerflächen rund um die Hühnermast- und die Biogasanlage östlich von Müddersheim und schließt damit an die bereits bestehende Windvorrangzone an der L 33 an. Auf 116 Hektar könnten hier laut Potenzialanalyse der Firma maximal zehn Windräder mit einer Höhe von maximal 130 Metern entstehen. Diese Höhenbegrenzung liegt in der Nähe zum Fliegerhorst Nörvenich begründet.

Bis zu 180 Meter

Eine weitere mögliche Windvorrangzone grenzt an die bestehende westlich von Ginnick, am höchsten Punkt der Gemeinde, an. Hier könnten auf 36 Hektar Ackerfläche drei bis vier Windräder mit einer Höhe von 150 bis 180 Metern errichtet werden. Die bereits jetzt dort stehenden Windräder sind etwa 100 Meter hoch.

Projektkoordinator Baumann weiß wohl, das nicht alle die weißen Windräder schön finden. Deshalb weist er darauf hin, dass die Fläche bei Müddersheim bereits „vorbelastet” sei - von Windrädern, Mastanlage und Biogasanlage geprägt. Auch bei Ginnick gebe es bereits Windräder, bei Fernblick sähe man die Hochspannungsleitung und weitere Rotoren in der Nachbargemeinde.

Nach dem Willen des Rates erstellt die beauftragte Firma derzeit eine Potenzialanalyse für eine dritte Fläche im Waldgebiet Ginnicker Heide. Während die übrigen Flächen nach Angaben der Gemeinde in Privatbesitz sind, gehört ein Teil der dritten diskutierten Fläche der Gemeinde. Obwohl noch nicht ganz klar sei, ob die Fläche geeignet ist, habe man sie mit zur Abstimmung gestellt.

Laut der Firma Energiekontor könnten mit den maximal 14 neuen Windrädern 12 000 Privathaushalte à vier Personen mit Energie versorgt werden. Es bestehe auch die Möglichkeit, die Vettweißer Bürger mit einem „Bürgerwindrad” oder der Gründung einer Energiegenossenschaft finanziell an dem Windparkprojekt zu beteiligen.

Baumann spricht von einer Investitionssumme zwischen 30 und 40 Millionen Euro und Gewinnen für die Gemeinde wegen der Gewerbesteuer, der Einbeziehung lokaler Unternehmen und der Pacht für die Landnutzung. Die Nutzungsverträge werden laut Baumann zur Akzeptanzförderung so gestaltet, dass alle, die in der potenziellen Vorrangfläche Land besitzen, beteiligt werden. Die Firma hat sich bereits mit Landwirten in Verbindung gesetzt.

Wenn die Politik die Ausweisung der Windvorrangzonen in der nächsten Sitzungsrunde beschließt, rechnet Baumann „im allergünstigsten Fall” damit, dass 2014 Windräder in Betrieb gehen könnten. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung sollen bereits in der nächsten Sitzungsrunde diskutiert und gewichtet werden. Bis dahin wird auch die Potenzialanalyse der dritten Fläche vorliegen.
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