Hähnchenmastgegner sehen sich kurz vor dem Ziel

Von: sps
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Ein von der BMUV eingeholtes Gutachten weist das für die Ansiedlung einer Hähnchenmastanlage vorgesehene Gelände bei Müddersheim als „faktisches Vogelschutzgebiet” aus, wie Vorsitzender Wolfgang Mödder (Mitte) bei der Vorstellung betonte. Foto: sps

Müddersheim. Die Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung und für Umweltschutz in Vettweiß (BMUV) sieht sich kurz vor dem Ziel ihrer Wünsche. „Diese Hähnchenmastanlage ist nicht genehmigungsfähig”, unterstrich BMUV-Vorsitzender Wolfgang Mödder am Donnerstag die Position der Bürgerinitiative nachdrücklich.

Mödder stellte ein artenschutz-rechtliches Fachgutachten vor, das die BMUV aus eigenen Mitteln und mit finanzieller Unterstützung der Victor-Rolff-Stiftung sowie des Tierschutzvereins Aachen bei dem Diplom-Biologen Daniel Lück (Stolberg) in Auftrag gegeben hatte.

Tenor des Gutachtens: Bei dem für die Ansiedlung der Hähnchenmast geplanten Gelände handelt es sich um „ein faktisches Vogelschutzgebiet”.

Im Genehmigungsverfahren hatte der Kreis Düren die Vorlage eines artenschutzrechtlichen Gutachtens gefordert. Der Investor hat eine solche Studie inzwischen vorgelegt.

„Darauf haben wir uns nicht verlassen”, nannte BMUV-Vorsitzender Mödder die Begründung für das jetzt ebenfalls an den Kreis weiter gereichte Gutachten des Stolberger Biologen.

Der kommt - anders als die Verfasser der ersten Studie - zu dem Ergebnis, dass es sich „um ein faktisches Vogelschutzgebiet handelt, das wie ein ausgewiesenes Vogelschutzgebiet zu behandeln ist”.

Im Beobachtungszeitraum Mai bis Anfang Juni seien 51 Vogelarten, darunter 25 schutzrelevante und neun, die akut gefährdet sind, gezählt worden. Beispielhaft genannt werden in dem Gutachten Grauammer, Merlin, Korn- und Wiesenweihe.

Dies lasse einen Bau an dieser Stelle nicht zu, sind die Gegner der geplanten Anlage mit vier Hähnchenmastställen für je 40.000 Tiere und einer Misthalle sicher.

So weit die Fakten. Die emotionale Seite blieb bei der Vorstellung des Gutachtens nicht außen vor. „Artensterben aus Profitgier können wir nicht hinnehmen”, war ein Kommentar des BMUV-Vorsitzenden Mödder, der die Gefahr sieht, „dass mit diesem Projekt das Tor für weitere Massenhaltungen aufgemacht wird”.

Nach Ansicht des BMUV-Vorsitzenden liegen jetzt alle Voraussetzungen für eine rasche Entscheidung über den Antrag des Investors aus Müddersheim vor. Mödder: „Wir wären dankbar, wenn die Entscheidung noch vor den Kommunalwahlen auf den Tisch kommt”.
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