Gymnasiasten debattieren europapolitische Fragen

Von: kin
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Sieben Oberstufenschüler des Gymnasiums am Wirteltor fahren Anfang April für vier Tage nach Frankfurt, um am „Europäischen Jugendparlament“ teilzunehmen. Foto: Kinkel

Düren. „Europa“, sagt Nadine Jansen, „ist doch etwas, was mich direkt betrifft. Ich finde es wichtig zu verstehen, wie Europa funktioniert und wo ich mich einbringen kann, wenn ich Dinge verändern möchte.“ Nadine ist 17 Jahre alt und Oberstufenschülerin des Gymnasiums am Wirteltor (GaW) in Düren.

Sie ist eine von sieben Jugendlichen, die Anfang April zum „Europäischen Jugendparlament“ nach Frankfurt fahren. Außer Nadine sind noch Luise Kessler, Sebastian Hille, Carina Prizkau, Klara Weißer, Felix Drube und Sara Staudt mit von der Partie, um in Frankfurt mit anderen Schuldelegationen und internationalen Gästen Ideen zur Europapolitik zu entwickeln und das Oberthema „globales und stabiles Wirtschaften“ zu debattieren. Die Sitzungen des Jugendparlaments finden durchgängig auf Englisch statt. Höhepunkt ist die abschließende Simulation einer Sitzung des EU-Parlaments, auf der die zuvor erarbeiteten Resolutionen zu Themen wie beispielsweise wirtschaftliche Zusammenarbeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder transparente Steuerpolitik diskutiert und abgestimmt werden.

Die Teilnahme am „Europäischen Jugendparlament“ hat am Wirteltor-Gymnasium schon Tradition. Immer wieder haben Schüler aus Düren sich sogar für Sitzungen im Ausland qualifiziert. Im vergangenen Jahr war das GaW sogar Gastgeber einer Regionalsitzung und brachte für vier Tage mehr als einhundert Jugendliche in der Schule unter, die Parlamentssitzung wurde im Haus der Stadt abgehalten. Wer in diesem Jahr mit nach Frankfurt wollte, musste sich schriftlich bei den beiden Lehrern Stephan Mauel (62) und Ulrike Flach (42) bewerben. Ulrike Flach: „Die Bewerbung musste auf Englisch sein, und wir haben sowohl Sprache als auch Inhalt bewertet. Außerdem haben wir die Schüler noch zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und danach entschieden, wer mitfahren darf.“

Vor wenigen Tagen haben Nadine, Luise, Sebastian, Carina, Klara, Felix und Sara sich für das Thema entschieden, über das sie in Frankfurt diskutieren möchten. Luise möchte sich beispielsweise mit dem Thema „mentale Gesundheit am Arbeitsplatz“ auseinandersetzen. Felix hat sich für den Bereich Wirtschaft entschieden. „Ich möchte später auch Wirtschaft studieren“, sagt der 17-Jährige. „Deswegen interessiert mich das Thema.“ Bis Anfang April müssen sich die Jugendlichen auf ihr Thema vorbereiten. Luise: „Wir müssen die Basisinformationen zu unserem Thema haben. Und es ist wichtig, dass wir die nötigen Vokabeln auf Englisch kennen.“

Das klingt nach ziemlich viel Arbeit, die ja noch zusätzlich zu den Hausaufgaben zu erledigen ist. „Es macht aber auch Spaß“, sagt Carina, die sich auf das Thema „Steuerbetrug“ vorbereiten wird. „Wir haben ja im vergangenen Jahr das Treffen des ‚Europäischen Jugendparlaments‘ an unserer Schule gesehen. Die Stimmung war einfach toll, die Leute hatten wirklich viel Spaß. Das hat mir sehr gut gefallen.“

Übrigens interessieren sich auch „echte“ Europapolitiker für die Ergebnisse des Jugendparlamentes. Lehrer Stephan Mauel, der die Schüler auch nach Frankfurt begleitet, erklärt: „Die Resolutionen, die beim Jugendparlament verabschiedet werden, werden gesammelt und den EU-Politikern zur Verfügung gestellt.“ Er sei sicher, ergänzt der Pädagoge, dass die Ergebnisse des Jugendtreffens auch gelesen würden. „Hier bekommen Politiker Meinungen von jungen Leuten. Sie sind also absolut am Puls der Zeit.“

Eine Jury mit Lehrern und ehemaligen Teilnehmern des Jugendparlaments bewertet, welche Schule in den Diskussionsrunden besonders gut war. Mauel: „Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern auch um Dinge wie Sozialverhalten und Zusammenarbeit.“ Von den neun Schulen, die bei der Regionalkonferenz in Frankfurt dabei sind, qualifizieren sich drei für die Bundeskonferenz.

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