Gutachter empfehlen Lehrbecken-Sanierung

Von: Stephan Johnen
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Herrscht bald gähnende Leere? Der Rat muss entscheiden, wie es mit dem Standort Bergstein weitergeht? Foto: Stephan Johnen

Bergstein/Vossenack. Lange wurde auf den Schulentwicklungsplan der Gemeinde Hürtgenwald gewartet, jetzt liegt das Gutachten der Bonner Projektgruppe Bildung und Region vor. Der Inhalt dürfte schon vor der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstag, 28. April, 19 Uhr im Kleinhauer Rathaus, für Diskussionen sorgen.

Kurz und knapp: Die Gutachter empfehlen der Gemeinde „vorrangig eine Zusammenlegung der zwei Schulstandorte Vossenack und Bergstein“, die ohnehin schon als Verbund arbeiten. Vom Erhalt Bergsteins werde „aufgrund der Lehrerversorgung und der daraus resultierenden schwierig aufrecht zu erhaltenden Betreuungsqualität (am Haupt- wie am Teilstandort) abgeraten“. Der Teilstandort bekomme derzeit mehr Lehrerstellen zur Verfügung gestellt, als ihm zustehen, heißt es. Diese zusätzliche Ausstattung gehe zulasten des Hauptstandorts Vossenack.

Auch wenn der Gemeinderat über eine Aufgabe des Standortes Bergstein bislang nicht endgültig entschieden hat, ist diese Empfehlung keine Überraschung. Überraschend fällt die Bewertung des Vossenacker Lehrschwimmbeckens aus: Mit der Zusammenlegung sollte „die Renovierung/Sanierung einzelner Bauteile sowie der Schwimmhalle“ einhergehen, empfehlen die Gutachter der Politik.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens dürften diese Passage ganz besonders aufmerksam lesen. Die Schulpflegschaft hatte schließlich schon mehrfach moniert, dass wirtschaftliche Interessen vor pädagogische Belange gestellt würden.

Die Gemeinde hatte die Projektgruppe Bildung und Region, die auch schon den Schulentwicklungsplan des Kreises und der Stadt Düren aufgestellt haben, beauftragt, mit einem Gutachten die Perspektiven der Schulentwicklungsplanung auszuloten. Konkret ging es um die Grundschulen im Gemeindegebiet. Das Gutachten soll Grundlage der Politik sein, um eine „sichere, stabile sowie wirtschaftliche Versorgung der Bürger mit zukunftsfähigen Betreuungs- und Bildungsangeboten zu erreichen“.

Trotz eines leichten Anstiegs im Schuljahr 2015/16 von 271 auf 296 Schüler hätten die Grundschulen in der Gemeinde „den Zenit höchster Werte überschritten“, sind die Gutachter überzeugt. 1995/96 gab es in allen Orten noch 451 Grundschüler, 2000/01 sogar 480. Die Entwicklung der Grundschule in Gey und der Grundschule Vossenack mit Außenstandort in Bergstein verlief dabei unterschiedlich.

Während die Grundschule in Gey ihre Schülerzahlen „im Großen und Ganzen halten konnte, verlor die Grundschule Vossenack/Bergstein (1995/96 waren es noch zwei getrennte Schulen) mehr als die Hälfte ihrer Schüler“, heißt es. Die Gutachter prognostizieren, dass die Schülerzahlen in der Zukunft etwa stabil bleiben werden und beziehen dabei auch Zuzugseffekte möglicher Neubaugebiete sowie eine prognostiziert leicht sinkende Geburtenrate ein.

Mit Blick auf die Raumsituation stelle eine Zusammenlegung Vossenacks und Bergsteins kein Problem dar. Die Räume seien vorhanden – wenn auch zum Teil sanierungsbedürftig. Die Gutachter regen an, über den Bau einer Mensa beziehungsweise eines Speiseraums nachzudenken. Die Gutachter sind übrigens auch überzeugt, dass eine Zusammenlegung von Bergstein und Gey „gut umsetzbar“ und dem Status quo vorzuziehen sei, sozusagen als Plan „B“. Dies könne räumlich aber zu Engpässen führen.

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