Gutachter belasten Angeklagten

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Langerwehe. Bereits das Gutachten des Kölner Rechtsmediziners sprach Bände. Im Fall des wegen Totschlags an seiner Lebensgefährtin vor dem Aachener Schwurgericht angeklagten Paolo Joao B. (46) aus Frechen hatten am Donnerstag am Aachener Landgericht die Sachverständigen das Wort.

Diese widersprachen den Aussagen des Angeklagten vom ersten Prozesstag. Hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag noch wort- und gestenreich vorgetragen, seine 54-jährige Freundin aus Langerwehe habe bei seinem brutalen Ausraster wahrscheinlich bereits tot dagelegen, wurde jetzt das ganze Ausmaß der angewendeten Gewalt offenbar. So schloss der Gutachter in seinem Vortrag eindeutig aus, dass die mit blauen Flecken übersäte Frau erst nach ihrem Tod dermaßen heftig geschlagen wurde.

Sie habe eindeutig noch gelebt, die schweren inneren Verletzungen hätten ihren Tod durch Verbluten herbeigeführt, erklärte der Gutachter vor dem Kammervorsitzenden Richter Arno Bormann. Der von Hartz IV lebende Kraftfahrer B. hatte zum Prozessauftakt dem Gericht erklärt, sie hätten in der fraglichen Nacht zum 7. Juli 2013 übermäßig viel getrunken – beim Opfer wurde ein Blutalkoholspiegel von vier Promille festgestellt – und sich wie so oft gestritten. Er habe sie häufiger auf Verlangen beim Sex geschlagen, aber auch im Zuge handgreiflicher Auseinandersetzungen – so auch in der Tatnacht.

Im Anschluss an den Rechtsmediziner trug der forensische Psychologe Michael Steinmeier seine Untersuchungsergebnisse vor. Der Angeklagte B. stelle sich, so der Sachverständige, als jemand dar, der im Alltagsleben wenig bis keine Aggressionen entwickle, er sei nach eigener Einschätzung ein friedliebender Mensch. Das sei allerdings nach den umfangreichen Tests falsch, auch die Art seiner Vorstrafen spräche eine andere Sprache. Danach habe B. eine hohe Gewaltbereitschaft, die insbesondere durch den langjährigen Alkoholkonsum gesteigert werde.

Erhebliche Gefahr

Ähnliches stellte auch die psychiatrische Sachverständige Konstanze Jankowski (Köln) fest. Laut ihrem Gutachten bedeutet der Angeklagte in seinem momentanen Zustand eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit, da von ihm auch weiterhin Gewalt ausgehen werde. Der Angeklagte sei bei seiner Tat zwar eingeschränkt schuldfähig gewesen, von einer kompletten Schuldunfähigkeit könne allerdings keine Rede sein. Der Prozess geht mit den Plädoyers am 28. Januar weiter.

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