Gutachten: Bahnstrecke Aachen-Köln in 15 Jahren überlastet

Von: sj
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Kreis Düren. Es wird eng auf der Schiene zwischen Aachen und Köln. Nach Ergebnissen einer Verkehrsstudie, die die Fraktion der Grünen im Kölner Regionalrat in Auftrag gegeben hat, ist die Strecke in naher Zukunft überlastet.

„Wir müssen den Zahlen ins Auge sehen und umgehend mit dem Bau des dritten Gleises beginnen”, fordern daher die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius und Gudrun Zentis, Vorsitzende der Grünen-Kreistagsfraktion, bei der Vorstellung des Gutachtens im Kreishaus.

Beide Politikerinnen sind Mitglied im Regionalrat. Weil die Deutsche Bahn den Sinn eines dritten Gleises in Frage gestellt hat, hatten die Grünen das Aachener Büro IVV beauftragt, das Verkehrsaufkommen auf der Strecke zu untersuchen. Das Ergebnis: Die Zahl der Güterzüge werde von derzeit 87 auf 232 im Jahr 2025 steigen. Insgesamt werden dann täglich 400 Güter- und Personenzüge auf der Strecke rollen, derzeit sind es 255. Damit sei die Kapazitätsgrenze beinahe erreicht.

Grund für die Verdreifachung des Verkehrsaufkommens seien wachsende Warenströme aus den Häfen Rotterdam und Antwerpen und nur eingeschränkt nutzbare Alternativrouten.

„Der Ausbau des dritten Gleises muss in den Bundesverkehrswegeplan rein”, appelliert Gudrun Zentis an alle Politiker der Region, in einer konzertierten Aktion im Bundesverkehrsministerium Druck zu machen. Zugleich fordern die Grünen ein „Konjunkturpaket III” für den Ausbau des Schienennetzes in der Region.

Die derzeitigen Verkehrsplanungen der Bundesregierung sehen für den Schienengüterverkehr den nationalen Schwerpunkt auf der Nord-Süd-Achse mit einer Ausrichtung auf die deutschen Nordseehäfen vor. In der Realität sei aber die Bedeutung einer Ost-West-Verbindung ungleich größer. Besonders für den Kreis Düren stelle das dritte Gleis in Kombination mit dem Bau des von der Rurtalbahn geplanten Containerterminals eine große Chance dar. Da dem Antwerpener Hafen das Hinterland fehle, könne das Terminal ein bedeutender Umschlagplatz für die Warenströme Richtung Osten werden.

Relativ schnell könne der Bau eines dritten Gleises in Aachen Rothe-Erde und zwischen Langerwehe und Düren Abhilfe schaffen. „Das bietet Platz für Überholmanöver und entlastet die Strecke spürbar”, ist Bettina Herlitzius überzeugt. Der Komplettausbau könne dann „etwas warten”. Allerdings nicht zu lange: Der Antwerpener Hafen rechne mit einer Verdopplung des Warenumschlags bis 2015. „Es wird Zeit, dass die Bahn ihre Daten aktualisiert und die Politik partei- und regionsübergreifend an einem Strang zieht”, fordert Zentis.

Podiumsdiskussion zum Schienenverkehr

Die Frage „Wer blockiert den Ausbau des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs in NRW?” soll am Freitag, 1. April, im Technologie-Park Herzogenrath geklärt werden. Bettina Herlitzius lädt ab 17 Uhr zu einer Podiumsdiskussion ein.

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