Düren - Gullydeckel auf Bürgersteig geworfen: Dürener freigesprochen

Gullydeckel auf Bürgersteig geworfen: Dürener freigesprochen

Von: hp.
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Angeklagt und freigesprochen: Ein Dürener hat nachts Gulli- und Kanaldeckel aus dem Schacht gehoben und auf den Bürgersteig geworfen. Symbolbild: dpa

Düren. Sicherlich spielte der erhebliche Alkoholkonsum in einer April-Nacht 2014 eine wesentliche Rolle, die jetzt einen 28-jährigen Dürener vor Gericht brachte. Auf dem Heimweg nach einer Feier, gegen 3.45 Uhr, präsentierte sich der junge Mann plötzlich als „Kraftprotz“.

In Begleitung von drei jüngeren Freunden hob er nach eigenem Geständnis an der Fritz-Erler-Straße einen viereckigen Gullydeckel aus dem Schacht und warf diesen auf den Bürgersteig. Das alles gelang ihm trotz einer Blut-Alkoholkonzentration von rund zwei Promille.

Da er bei seinem Kraftakt jedoch von zwei Polizeibeamten beobachtet worden war, wurde er ermahnt, die Abdeckung ordnungsgemäß zurückzulegen, was er auch tat. Eine Straße weiter jedoch schienen alle Ermahnungen vergessen, denn der Angeklagte hob einen größeren runden Kanaldeckel mitten auf der Straße aus seiner Lagerung. Und wieder sorgte die Polizei dafür, dass der Verursacher die Gefahrenstelle beseitigte indem er den schweren Deckel wieder zurück in den Schacht legte. Da der junge Mann aber zugleich aggressiv wirkte, übernachtete er bis zur Ausnüchterung im Polizeigewahrsam. Seine drei jüngeren Freunde hatten derweil das Weite gesucht.

Für den 28-Jährigen hatte der Vorfall jetzt ein Nachspiel vor dem Schöffengericht. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt. Vor Gericht beteuerte er, dass ihm die damit verbundenen Gefahren damals gar nicht bewusst gewesen seien. Er habe mit seinem „doofen Verhalten“, wie er es selbst nannte, keineswegs beabsichtigt, Menschen in Gefahr zu bringen oder Sachschäden zu verursachen.

Bei der Verurteilung kam er mit einem blauen Auge davon. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft sprach ihn frei. In der Begründung hieß es, dass kein Vorsatz für die Gefährdung des Straßenverkehrs vorgelegen habe, weil er selbst – wenn auch auf Verlangen der Polizei – die Kanaldeckel wieder zurückgelegt habe.

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