Gürzenicher in Finnland: Autor Schmitz legt zwei neue Bücher vor

Von: Ingo Latotzki
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Düren. Wenn Dieter Hermann Schmitz in seiner Nachbarschaft eine krumme Nase sieht, kann das weitreichende Folgen haben. Oder wenn er träumt, vorzugsweise in Farbe und Dolby Surround. Durchaus möglich, dass ein, zwei Jahre später ein neues Buch auf dem Markt ist, in dem das Geruchsorgan des Herren von nebenan den Anstoß zu einer längeren Geschichte gab.

Möglich auch, dass Schmitz von eben so einer krummen Nase träumt – und dann ein Buch daraus macht. Wer wissen möchte, wo diese Nachbarschaft ist, muss wissen, dass Dieter Hermann Schmitz dafür dankbar ist, wenn sein Auto nach einer Nacht mit minus 18 Grad morgens anspringt. Das ist ein entscheidender Hinweis.

Schmitz kommt aus Gürzenich, lebt aber seit Anfang der 1990er Jahre in Finnland, als Übersetzer für Deutsch an der Universität in Tampere und als Autor. Kürzlich sind gleich zwei Bücher von ihm erschienen. Zum einen: „Annegret, die Raubritterin“, eine Geschichte aus dem Mittelalter, die Schmitz eigentlich für seine Kinder geschrieben hatte. Das ist mehr als 15 Jahre her.

Das Buch hat seinen mittlerweile erwachsenen Kindern gut gefallen. Schmitz hat es später überarbeitet, nun ist es erschienen und handelt von Misstrauen, Mut, Furcht und Freundschaft. Das andere Buch hat den schönen Titel: „Die Dackel sterben aus“. Eine Geschichte, die in Schmitz‘ Heimat angesiedelt ist und von einem rheinischen Lokalreporter handelt, dessen Leben eine überraschende Wende nimmt. Ort der Handlung sei ein fiktiver linksrheinischer Ort namens Gürpen, sagt Schmitz, es könnte Jülich sein, Kerpen, Euskirchen – oder auch Düren.

Der Verlag nennt das Werk eine „rheinische Drämödie“. Tatsächlich ist Dieter Hermann Schmitz nicht mehr so oft in der Heimat, „etwa zweimal pro Jahr“, sagt er. Und wie das so ist, wenn man lange weg ist und die Zeit vergeht: So manche Erinnerung verklärt sich, wird schön, spaßig und zum Schmunzeln, „selbst die Schlägertypen, die einen früher auf dem Fußballplatz in Gürzenich tyrannisiert haben oder die Religionslehrer in der Schule, die mit dem Höllenfeuer drohten“. Das hat Schmitz vor sechs Jahren gesagt, als sein bisher erfolgreichstes Buch erschienen ist: „Die spinnen, die Finnen“, ein unterhaltendes Werk, biografische Züge enthält, aber vor allem Wissenswertes über Land und Leute.

Damals hatte der renommierte Ullstein-Verlag angefragt, Schmitz nahm ein halbes Jahr Auszeit von der Uni und schrieb. Ein Arbeitstag beginnt unter solchen Umständen morgens gegen acht du endet, wenn wenigstens drei Seiten verfasst sind. „Selbst, wenn man hinterher die Hälfte wieder löscht“, sagt Schmitz. Länger als sechs Stunden aber könne er nicht an einem Text arbeiten.

Viellicht hat das auch damit zu tun, dass er schon mal unterbrochen wird, zum Beispiel von seiner Katze, die „zweisprachig nicht hört“.

Schmitz selbst hört zweisprachig, natürlich, und er redet auch so. Seine Bücher schreibt er auf Deutsch. Vor mehr als 20 Jahren hatte er seine erste Veröffentlichung, es war ein Bändchen mit Mundartgeschichten über „Oma Jertrud“. Diese rheinischen Schmunzelgeschichten waren „erste zarte Anfänge“, sagt Schmitz, einen ersten Roman unter Pseudonym gab es in den 2000ern.

Der Band „Oma Jertrud“ ist heute noch erhältlich, und wenn man so will, ist das Werk nicht nur ein gutes Stück Erinnerung für Dieter Hermann Schmitz, sondern auch Heimat. „Ich höre es immer noch gerne, wenn sich ältere Leute auf Mundart unterhalten“, sagt er. Womöglich bringt ihm das auch die eine oder andere Idee für einen neuen Text – es müssen ja nicht immer krumme Nasen in der Nachbarschaft sein.

„Die Dackel sterben aus“: Verlag Amazon Publishing Deutschland; E-Book: 4,99, Taschenbuch 9.99 Euro / „Annegret, die Raubritterin“, S.MO-Verlag; 14,50 Euro.

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