Düren - Grundstück der Beteiligungsgesellschaft wird zur Halde

Grundstück der Beteiligungsgesellschaft wird zur Halde

Von: sj
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Dieser Müll wurde auf einem Grundstück der Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren abgeladen. Nach Anfrage unserer Zeitung soll der Unrat „umgehend“ entsorgt werden. Foto: Stephan Johnen

Düren. Die Müllsacke stapeln sich in den Büschen, direkt an der Straße wurde offenbar Bauschutt abgeladen, „garniert“ wird alles mit ausgemusterten Autositzen. Der Anblick, der sich Spaziergängern an der Ecke Heerweg/Brändströmstraße in den vergangenen Tagen bot, war kein schöner.

Eigentümerin des Grundstücks ist die Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren. „Eine umgehende Entsorgung des Müll ist veranlasst“, heißt es am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung aus dem Dürener Kreishaus. Die wilde Müllkippe soll schon bald Vergangenheit sein. Das illegale Abladen von Müll ist jedoch kein Einzelfall.

„Im aktuell vorliegenden Fall handelt es sich um den Randbereich der Trasse alte Ringbahn. Da es sich in dem betreffenden Bereich um ein altes Problem handelt, erfolgt in der Regeln alle drei bis vier Wochen eine Kontrolle“, heißt es in der Stellungnahme des Kreises Düren weiter. Immer, wenn Müll auf Liegenschaften des Kreises oder entlang der Kreisstraßen „entsorgt“ wird, rücken Mitarbeiter aus, um diesen zu beseitigen. Allein entlang der Kreisstraßen entstanden so im Jahr 2013 Kosten in Höhe von 35 000 Euro. Im laufenden Jahr summieren sich die Kosten auf bislang 25.000 Euro. Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen.

Auch der Dürener Service Betrieb kann ein Lied davon singen, was über Nacht zum Teil an Unrat verteilt wird. „Wir haben acht Teams in der Innenstadt und in den Stadtteilen unterwegs, die zu Spitzenzeiten etwa 190 Müllsäcke täglich einsammeln“, berichtet Betriebsleiter Richard Müllejans. Dabei handelt es sich um gefüllte Säcke, die Menschen illegal entsorgt haben, und um Abfall, den die Mitarbeiter des Service Betriebs zusätzlich zur regulären Straßenreinigung und Müllabfuhr aufsammeln. Der DSB ist dabei nicht verantwortlich für Kreisstraßen, Landstraßen, Bundesstraßen sowie den Autobahnzubringer samt der Auffahrten.

Im vergangenen Jahr sind dem Service Betrieb Entsorgungskosten in Höhe von rund 150.000 Euro entstanden. Hinzukamen Personalkosten in Höhe von ebenfalls 150.000 Euro und rund 30.000 Euro für den Einsatz der Fahrzeuge. Müllejans hat sich auf Anfrage der DZ die Mühe gemacht, alle einzelnen Positionen herauszusuchen und zu addieren. Das Ergebnis hat den Betriebsleiter selbst überrascht: Die Entsorgung des wilden Mülls machte von den Gesamtaufwendungen für die Abfallentsorgung etwa drei Prozent aus.

Die Chance, Übeltäter anhand der Hinterlassenschaften zu ermitteln, schätzen sowohl die Kreisverwaltung als auch der Dürener Service Betrieb als eher gering ein. Der Müll werde auf Hinweise gesichtet, doch eine konkrete Zuordnung sei schwierig.

„Unserer Erfahrung nach sind es einige wenige Menschen, die dafür immer wieder ihren Müll illegal entsorgen“, urteilt Richard Müllejans vom DSB. Er bittet die Bevölkerung darum, ein waches Auge zu haben und Umweltsünder, die ihren Müll einfach am Straßenrand oder in den Grünanlagen der Stadt entsorgen, auf ihre Tat anzusprechen, das Geschehen zu fotografieren oder den DSB anzurufen.

Ein weiteres Ärgernis sind Vandalismusschäden, die vom Ausreißen frisch gepflanzter Blumen bis zum Einwerfen von Fensterscheiben reichen. Mit 30.000 bis 50.000 Euro Schaden jährlich rechnet Richard Müllejans. Zusätzlich seien Metalldiebe unterwegs. „Das geht soweit, dass uns die Leute nachts auf den Spielplätzen die Ketten der Schaukeln stehlen“, berichtet er.

Diebe haben auch die Bronze-Tafel im Adenauer-Park abgeschraubt, die auf den Namensgeber hingewiesen hatte. „Mehr Präsenz in der Innenstadt und in den Parks kann auch nach Feierabend nicht schaden“, sagt der Betriebsleiter mit Blick auf mehr Sicherheits- und Ordnungskräfte. Wer illegal abgeladenen Unrat entdeckt, kann dies unter Telefon 02421/94340 melden. Der DSB werde den Müll so schnell wie möglich entsorgen.

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