Grundstein gelegt: „Ein Papiermuseum aus einem Guss“

Von: Stephan Johnen
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Bürgermeister Paul Larue (2.v.l.), Gebäudemanager Helmut Harperscheidt, Baudezernent Paul Zündorf, Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann und Architekt Klaus Hollenbeck (von links) legten am Mittwoch den Grundstein für die Sanierung und Erweiterung des Papiermuseums. Foto: Stephan Johnen

Düren. Die Sanierung, Neukonzeption und Erweiterung des Papiermuseums Düren soll 4,4 Millionen Euro kosten. Das reine Bauwerk ist mit 3,4 Millionen veranschlagt, eine Million Euro sind für die Neugestaltung der Ausstellung und der Ausstellungsarchitektur vorgesehen. Kaum verwunderlich, dass angesichts dieses ambitionierten Projekts bei der feierlichen Grundsteinlegung am Mittwoch nicht mit Ausrufezeichen gegeizt wurde.

Von einem „Papiermuseum aus einem Guss“, sprach beispielsweise Helmut Harperscheidt, Leiter des Amtes für Gebäudemanagement. Es sein ein „Alleinstellungsmerkmal“, dass Architekt Klaus Hollenbeck nicht nur für den Entwurf des Um- und Anbaus verantwortlich zeichnet, sondern gleich auch für die Präsentation der Ausstellung. Baudezernent Paul Zündorf lobte den „ambitionierten Entwurf“, der sich neben dem Leopold-Hoesch-Museum selbstbewusst behaupten und zugleich kontrastieren könne. Bei der Revitalisierung der Innenstadt genieße dieses Projekt „große Priorität“. Zündorf ist überzeugt: „Das ist ein Leuchtturmprojekt des Masterplan-Prozesses.“

Von den Gesamtkosten übernimmt die Stadt Düren 1,3 Millionen, die Papierindustrie stellt eine Million Euro zur Verfügung. Mit im Boot sind der Kreis Düren, der Landschaftsverband Rheinland, die Sparkasse Düren und mehrere Stiftungen. Fördermittel gibt es auch aus einem Topf der Städtebauförderung NRW im Rahmen des Masterplan-Prozesses. Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU) unterstrich die Unterstützung der Papierindustrie für die Erweiterung und Neukonzeption des Museums und bedankte sich für den Mut der Unternehmen „Ja zu sagen und nach wie vor soziale und kulturelle Verantwortung zu übernehmen“. Wie sehr viele Menschen in der Stadt sei er überzeugt, „dass Düren immer noch die Papierstadt in Deutschland ist“. Das Museum sei ein „Kristallisationspunkt der Papiergeschichte“.

Die Zeit, in der sich das Papiermuseum baulich und inhaltlich „unter Wert verkaufe“, sei zu Ende, unterstrich Baudezernent Paul Zündorf. Mit dem gestrigen Tag sei auch der Grundstein für eine Neuinszenierung gelegt. Architekt Klaus Hollenbeck versprach: Jeder Besucher werde nach seinem Rundgang „einen völlig anderen Blick auf das Thema Papier haben“. Museum und Dauerausstellung sollen die Geschichte des Papiers ebenso nachzeichnen wie eine Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur, Kommunikationsformen und der Zeitgeschichte ermöglichen, skizzierte Museumsleiterin Renate Goldmann. Die Erweiterung ermögliche es zudem, Stücke der 28 000 Blatt umfassenden Wasserzeichensammlung und der Guckkastenbilder des 18. und 19. Jahrhunderts zu zeigen.

Der Rohbau soll bis Dezember abgeschlossen sein, das gesamte Gebäude im Herbst 2017 bezugsfertig sein. Eine Eröffnung des Papiermuseums ist für Februar/März 2018 geplant. „Wir liegen im Zeitplan“, sagte Gebäudemanager Helmut Harperscheidt. Auch wenn bei der Gründung der Fundamente Probleme aufgetaucht seien, liege der Bau noch im Kostenrahmen. „Wir haben Reserven eingeplant, von denen wir gerade zehren“, sagte Harperscheidt.

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