Grundschulstandort Bergstein: Keine Schließung in diesem Jahr

Von: Stephan Johnen
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Kleinhau. Die Politik hat eine Entscheidung über die Schließung des Standorts Bergstein der Grundschule Vossenack-Bergstein im Schulausschuss zwar mehrheitlich vertagt. Aufatmen können die Eltern, die zahlreich zur Sitzung erschienen waren und ihre Kritik an den Plänen untermauert hatten, dennoch nicht.

Aus „fachlichen Gründen“ sei eine Schließung im laufenden Jahr nicht möglich, hatte Bürgermeister Axel Buch (CDU) mitgeteilt. Auch die Schulaufsicht habe angesichts dieses Zeitplans Bedenken geäußert. Mit neun Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen empfiehlt der Ausschuss dem Rat, die Verwaltung zu beauftragen, eine Schließung Bergsteins für das Jahr 2017/18 vorzubereiten und alle dafür notwendigen Schritte vorzunehmen.

Dazu gehört unter anderem die Beteiligung der Schulkonferenz, der Schulaufsicht sowie das Erstellen eines Raumkonzepts und eines Organisationskonzeptes. Ziel ist es, Bergstein und Vossenack am Standort Vossenack zu fusionieren. Auf Antrag der SPD-Fraktion sollen auch der Sanierungsbedarf in Vossenack und die mit einer Zusammenlegung verbundenen Kosten im Vorfeld ermittelt werden.

Im Schulentwicklungsplan, den die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte und der bei den Eltern kritisch beäugt wird, wird dieser Schritt ebenfalls empfohlen. Die Gutachter kommen aber auch zu dem Ergebnis, dass das von der Politik aufgegebene Lehrschwimmbecken saniert werden sollte. Zusätzlich sei es sinnvoll, eine Mensa in Vossenack zu bauen und zwei weitere Räume zur Verfügung zu stellen.

Rückendeckung erhielt die Politik indirekt von Schulamtsdirektorin Anna Helene Lürken. „Aus pädagogischer und wirtschaftlicher Sicht ist es geboten, die Standorte Bergstein und Vossenack zusammenzulegen“, gab sie auf Nachfrage eine Einschätzung. In den vergangenen 13 Jahren sei die Zahl der Kinder in den Grundschulen im Kreis Düren um „3000 bis 4000 Kinder gesunken“.

„Ich habe geahnt, dass es womöglich nur eine Zwischenlösung ist“, blickte sie auf die Zusammenfassung Bergsteins und Vossenacks als eine Schule mit zwei Standorten vor fünf Jahren zurück. Eine Bedingung sei damals gewesen, dass die Schule eine einheitliche Organisation haben sollte. „Dies ist leider nicht passiert“, bilanzierte die Schulamtsdirektorin. Gemessen an der Schülerzahl sei die Schule überversorgt, habe lange Zeit von zusätzlichen Lehrern profitiert. Ein Zustand, der mit Blick auf die „gegenseitige Rücksichtnahme und Vergleichbarkeit“ aller Grundschulen im Kreis Düren auf Dauer nicht zu halten sei.

Es gebe zudem kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vollzeit- und Teilzeit-Stellen, eine Übernahme des Unterrichts bei kurzfristigen Ausfällen sei nicht möglich, aus Sicht der Schulaufsicht gebe es beim Sport-, Musik-, Religions- und Sprachförderunterricht „oft ein Problem“. Dass die Qualität des Unterrichts nicht gelitten habe, sei dem besonderen Einsatz der Lehrer zu verdanken.

Kurzum: Die Schulamtsdirektorin sprach sich aus fachlicher Sicht für eine Zusammenlegung von Bergstein und Vossenack aus, um neben Gey auf Dauer einen zweiten „stabilen“ Schulstandort zu sichern. Dies ermögliche „Planungssicherheit“.

Am Montagabend soll es ein Gespräch geben, an dem unter anderem Vertreter aller Fraktionen im Gemeinderat, die Schulamtsdirektorin, die Schulpflegschaft, Vertreter des Elternrates der Brandenberger Kita, die Ortsvorsteher von Vossenack und Bergstein und Bürgermeister Axel Buch teilnehmen, um noch einmal Argumente auszutauschen.

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