Hoven - Grundschule Hoven: Kinder werden zu Hobbypiloten ausgebildet

Grundschule Hoven: Kinder werden zu Hobbypiloten ausgebildet

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Helge Kuckertz erklärt Anna Dimuro die Kunst des Modellhubschrauberfliegens. Zwei Hubschrauber hat der Förderverein angeschafft, einen bekam die AG von einem Mann aus Hamburg geschenkt. Foto: smb
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Gerhard Hurtz kann seine Fernsteuerung mit der von Noah verbinden und seinem Schüler so beim Steuern des Hubschraubers helfen. Foto: smb

Hoven. Irgendwie sind Anna Dimuro die schnelldrehenden Rotorblätter des kleinen gelben Hubschraubers nicht ganz geheuer. Noch nicht. Mit einem skeptischen Blick auf die Fernbedingung sagt die Achtjährige: „Hier sind so viele Knöpfe und Hebel und ich weiß gar nicht, wofür sie da sind.“ Aber das ist kein Problem.

Denn Helge Kuckertz, ebenfalls acht Jahre alt, kennt sich mit dem ferngesteuerten Hubschrauber gut aus. Er geht schon seit einem Jahr regelmäßig in die Arbeitsgemeinschaft „Modellhubschrauberfliegen“ und ist alles andere als ein Bruchpilot. Er erklärt Anna, worauf sie achten muss. Und er hilft ihr, die richtigen Hebel zu bewegen.

Die AG bietet Gerhard Hurtz im Rahmen des Offenen Ganztagsunterrichtes einmal pro Woche an. Gerhard Hurtz ist Rentner und passionierter Modellhubschrauber-Pilot. „Ich möchte meine Begeisterung für dieses Hobby weitergeben“, erklärt er seine Motivation, ehrenamtlich in der Schule zu arbeiten. Denn: „Das Hubschrauberfliegen ist ziemlich cool. Ich mag die vielen Knöpfe und Hebel“, beschreibt Noah Hames (7) und sagt lachend: „Eben habe ich aus Versehen einen tollen Trick gemacht.“

Motorik schulen

Nicht immer läuft beim Modellhubschrauberfliegen alles nach Plan. Leicht ist es nicht, die Flieger zu steuern. Aber mit ein bisschen Übung gelingen schon bald ordentliche Starts und Landungen. „Das ist ja doch gar nicht so schwer“, sagt Anna nach ein paar Versuchen und blickt schon viel freundlicher auf den kleinen Flieger. Neben ihr zeigt Alex Fenzel (7), welche Tricks er im vergangenen Schuljahr bereits gelernt hat.

Das Fliegen mit den doch recht robusten Modellen macht aber nicht einfach nur Freude, es hat auch pädagogischen Nutzen: Lernen, diszipliniert zu sein, ist einer davon. „Außerdem ist das Fliegen gut für die motorischen Fähigkeiten“, betont Lehrerin Rita Braunleder. Diesen Aspekt weiß auch Gerhard Hurtz zu schätzen: Nach einem Schlaganfall hat er sich die Feinmotorik auch mit Hilfe der Modellhubschrauber wieder angeeignet.

Auch Helge weiß um einen schönen Nebeneffekt des Fliegens: „Ich bin manchmal ein bisschen unruhig, aber beim Fliegen muss man ruhig sein. Sonst gibt das nix“, sagt er. Dann hebt sich sein Hubschrauber auch schon wieder in die Luft.

Und weil die Hubschrauber manchmal auch etwas unsanft landen, lernen die Kinder in der AG auch, sie wieder zu reparieren. Außerdem gibt es manchmal Theorieunterricht, in dem Gerhard Hurtz den Kindern erklärt, warum die Fluggeräte überhaupt in die Luft gehen.

Die Kinder finden es allerdings viel spannender, dass die Flieger in die Luft gehen und manchmal auch auf Abwege kommen. „Gas weg“, ist einer der Sätze, die in der AG am häufigsten Fallen. Denn wenn ein Pilot die Kurve nicht bekommt und der Hubschrauber außer Kontrolle gerät, soll dieser einfach nur noch – wenn auch etwas unsanft – landen. Dann beginnt der nächste Versuch.

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