Schmidt - Grünen wollen in Schmidt Supermarkt mit Seeblick verhindern

Grünen wollen in Schmidt Supermarkt mit Seeblick verhindern

Von: han
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Sie wollen einen Supermarkt auf der grünen Wiese mit Seeblick verhindern: Bettina Herlitzius (MdB), Klaus Droste und Gudrun Zentis (von links). Foto: Schmitz

Schmidt. Auf den Eifelhöhen in Schmidt pfiff ein kalter Wind und die Partei „Die Grünen” blies erneut zum Sturm auf ein umstrittenes Projekt. Die Stadt Nideggen hat ein städtisches Grundstück an einen Investor verkauft, der nun in Kooperation mit einer Kette einen Supermarkt in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses errichten will.

800 Quadratmeter Verkaufsfläche sind geplant, zuzüglich Lagerflächen und Parkplätze. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Düren, Gudrun Zentis, ist gegen ein Vorhaben an dieser Stelle. Das Grundstück mit Seeblick und in einem allgemeinen Wohngebiet gelegen, sollte ihrer Meinung anders genutzt werden.

Schmidt habe einen intakten Ortskern mit einer Rundum-Versorgung für die Einwohner, die „bewahrt und erhalten bleiben soll”. Eine neue Verkaufsfläche am Ortsrand bringe die gewachsene Infrastruktur in Gefahr. Wer mit einem Mehr an Arbeitsplätzen argumentiere, dürfe darüber nicht vergessen, dass wohl Geschäfte im Ortskern wegen des Konkurrenzdrucks schließen würden und die dort vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten wegfielen.

Außerdem befürchtete die Kreispolitikerin Erschwernisse für die Bürger, die geplanten Einkaufsmöglichkeiten ohne Auto zu erreichen. Der demographische Wandel zeige, dass die Bevölkerung im Stadtteil älter werde. Die Jungen ziehen weg, die Älteren bleiben. Ein Blick in die Einwohnerstatistik verdeutliche, dass seit dem Jahre 2008 bis heute einige hundert Bürger weggezogen seien. Wer aber die Abwanderung stoppen möchte, brauche nicht unbedingt einen neuen Lebensmittelmarkt, sondern müsse die Attraktivität des Stadtteils auf andere Weise steigern. Kostengünstige Bauparzellen für junge Familien könnten auf der grünen Wiese entstehen, oder ein Feriendorf, um die Anziehungskraft des Nationalpark-Ortes zu steigern.

Die grüne Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius dachte noch weiter. Die Obfrau im Ausschuss für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung forderte ein „nachhaltiges touristisches Konzept”. Das Potenzial des Nationalparks sah sie noch nicht ausgeschöpft. Die Kirchtumspolitik müsste aufhören, Netzwerke geschaffen, kleine touristische Stationen gegründet werden. Als Beispiel führte sie an, dass derjenige, der durch die Landschaft wandern möchte, auch die Möglichkeit hätte, mit einem Nationapark-Bus an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Wanderrouten könnten als Rundkurse mit unterschiedlicher Länge und Zeitangaben ausgewiesen werden. Grünen-Mitstreiter Klaus Droste, Mitglied im Bauausschuss der Stadt Nideggen, stellte fest, dass in diesem Punkt Lösungen derzeit erarbeitet würden.

Die Grünen haben allerdings mit ihrer Offensive gegen einen Markt ein Problem. Verträge zwischen Stadt und Investor sind geschlossen, der nun ein Baurecht hat. Sie hoffen allerdings bei einem Bauantrag durch städtische Vorgaben das „Schlimmste unter Umständen noch verhindern zu können.” Die Grünen-Vertreter forderten einen „runden Tisch”, an dem sich Stadt, Investor und die Bürger zusammen setzen sollen, um über die Gestaltung des Projektes zu reden.

Ein offenes Verfahren sollte eingeleitet werden, um die wirklichen Wünsche der Bürger zu erfahren. „Mobilisierung statt Schlucken” sollte die Devise sein. Außerdem soll die Stadt in zukünftigen Verhandlungen sich ein Rückkaufrecht einräumen lassen, wenn nicht innerhalb einer Frist von drei Jahren gebaut wird. Würde die Auflagen-Latte sehr hoch gelegt, könnte der Investor von dem Projekt vielleicht Abstand nehmen.

Der Stadt warf Gudrun Zentis in diesem Zusammenhang vor, städtische Grundstücke zu verkaufen um schneller den Haushalt zu sanieren. Soweit zu hören war, wurden für die Gesamtgrundstücksfläche von 4000 Quadratmeter 320.000 Euro gezahlt. Aber, warnte die Grünen-Kreisverordnete, „ so viele Areale hat die Stadt nicht, um ihre Schulden abzubauen”. Städtisches Vermögen zu verkaufen, sei der falsche Weg, um schuldenfrei zu werden.
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