Grüne wollen wieder auf den Wahlzettel

Von: Sarah Maria Berners
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Will Menschen für grüne Politik gewinnen: Astrid Hohn, Vorsitzende der Grünen im Kreis Düren. Foto: smb

Kreis Düren. In Merzenich und Aldenhoven werden Ortsverbände gegründet. In Vettweiß gibt es nur zwei Mitglieder. „Es kann und darf nicht sein, dass Grüne Politik in den Kommunalparlamenten nicht vertreten ist“, sagt Astrid Hohn, die Vorsitzende der Grünen im Kreis Düren.

Mittlerweile ist die Kommunalwahl in Sichtweite gerückt und die Grünen wollen auch dort mitmischen, wo sie bislang nicht oder nicht mehr vertreten sind. Von einer „interessanten Situation“ spricht Astrid Hohn, wenn sie über den Zustand der Partei berichtet. „Grüne Politik ist vor Ort erwünscht“, ist Hohn mit Blick auf die Ergebnisse der letzten Kommunalwahl überzeugt.

Aber: In der Gemeinde Vettweiß sind die Grünen mitten in der Legislaturperiode aus dem Rat verschwunden. Zwei Mandate hatten sie dort inne. Wegen eines Umzuges und aus Krankheitsgründen zogen sich die Ratsvertreter und der erste Nachrücker zurück. Niemand folgte. Die Plätze blieben leer. In Merzenich gibt es seit mehreren Jahren keine Grünen, und auch in Aldenhoven suchte man sie vergebens.

„Nie wieder passieren“

Damit sich das ändert, werben die Grünen seit einiger Zeit aktiv um Mitglieder und laden zu Veranstaltungen und zum Meinungsaustausch ein. „So etwas wie in Vettweiß darf nie wieder passieren“, sagt Hohn, die nicht möchte, dass die Wähler noch einmal enttäuscht werden.

Mit dem Erfolg der Grünen-Aktionen ist die Kreisvorsitzende zufrieden. „Unsere Mitgliederzahl ist in den vergangenen Monaten um zehn Prozent auf 199 gestiegen“, bilanziert Hohn. Hinzu kämen mehrere Menschen, die die grüne Politik zwar aktiv unterstützen und vertreten möchten, aber kein Parteibuch besitzen. „In Merzenich und Aldenhoven können wir neue Ortsverbände gründen“, erklärt Hohn. Die dafür erforderlichen Zahlen von drei Mitgliedern seien um jeweils eines übertroffen worden. „In Merzenich wird auch der langjährige Ortsvorsteher von Golzheim für die Grünen kandidieren“, erklärt Hohn. Mitglied der Partei sei Johannes Müller allerdings nicht.

In Vettweiß ist die Gründung eines Ortsverbandes nicht gelungen, dort hat die Partei nur zwei Mitglieder. „Es gibt jedoch mindestens acht Menschen, die unsere Arbeit ohne Parteibuch unterstützen wollen“, sagt Hohn. Die Grünen wollen in der Flächenkommune über den Umweg einer vom Kreisverband initiierten Wahlberechtigtenversammlung ihre Kandidaten für die Bezirke und die Reserveliste aufstellen. Astrid Hohn ist zuversichtlich, sicherstellen zu können, dass die Reserveliste besetzt werden kann und das es auch Nachrücker für die aktive Ratsarbeit geben wird. Die Grünen-Politikerin findet es schade, dass nicht alle die, sich für grüne Politik einsetzen wollen, auch in die Partei eintreten möchten. „Aber wir können das gut akzeptieren.“

Belastung für die Mitglieder

Astrid Hohn weiß aus eigener Erfahrung als Fraktionsvorsitzende im Kreuzauer Gemeinderat, in den die Grünen nach der vergangenen Kommunalwahl mit vier Mandaten einzogen, dass es in einer so kleinen Partei nicht einfach ist, politische Arbeit zu leisten.

„Die Belastung für jeden Einzelnen ist schon hoch“, gesteht sie. Sie weiß, dass auch die größeren Parteien durchaus Nachwuchssorgen haben. Aber bei diesen würden sich diese Entwicklung etwas weniger stark auswirken.

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