Grüne: „Eine Gemeinschaftsschule wäre ideal”

Von: Fred Schröder
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Diskutierten die Zukunft der Schullandschaft in Nörvenich und Vettweiß (v.l.): Sören Link (MdL), Peter Meindl und Katja Dörner (MdB) von den Grünen sowie Peter Erken (SPD) als Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Foto: Schröder

Nörvenich. „Dieser Standort ist ideal für eine Gemeinschaftsschule”, lautete die Empfehlung von Katja Dörner, der jugend- und familienpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Beim Informationsabend der SPD und Grünen aus Vettweiß und Nörvenich in Eggersheim zur Zukunft der Schullandschaft in beiden Kommunen legte die ehemalige Mitarbeiterin der NRW-Schulministerin Löhrmann noch nach: „Trotz allem Respekt müssen wir uns von den Hauptschulen verabschieden.”

Mit dieser Einschätzung lag die Grünen-Schulexpertin auf einer Linie mit Sören Link, dem schulpolitischen Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion. „Jetzt muss geplant werden, ergebnisoffen”, war sein Rat, mit dem er bei den anwesenden Kommunalpolitikern beider Parteien offene Türen einrannte.

Unter der Leitung von Peter Meindl, dem früheren Leiter der Hauptschule Nörvenich, war man sich auf dem Podium einig: Die Hauptschulen bluten aus. Trotz guter bis sehr guter Arbeit. „Das Wahlverhalten der Eltern hat sich geändert”, war der Tenor.

Bleibt die Frage nach den Alternativen: Die wären Gesamtschule, Verbundschule als Kooperation von Real- und Hauptschulzweig. Oder eben die Gemeinschaftsschule. Sie sei als Modellprojekt ein Angebot der Landesregierung und könne auch aus Schulen an mehreren Standorten gebildet werden.

Differenziert wird erst ab der siebten Klasse

Die Befürworter preisen sie an, weil die Kinder länger im angestammten Umfeld lernen können. Erst ab der siebten Klasse werde differenziert. Tipp der Schulexperten: Das Modellprojekt Gemeinschaftsschule erhält im Vergleich zu anderen Schulen eine bessere Lehrer-Ausstattung. Keine Klasse zählt mehr als 25 Schüler.

Noch ist die Gemeinschaftsschule nicht gesetzlich verankert. Der Antrag auf Genehmigung kann nur vom Schulträger gestellt werden und eine vorherige Elternbefragung ist zwingend vorgeschrieben. „An einer Gemeinschaftsschule in Kooperation geht kein Weg vorbei”, erklärte Werner Schering, Grünen-Ratsmitglied in Nörvenich mit Blick auf die Schülerzahlen in beiden Kommunen.

Ein attraktives Schulangebot, unterstrich Kreistagsmitglied Corinna Beck (Grüne) sei für die Entwicklung der Gemeinden von enormer Bedeutung. Willi Küpper, SPD-Vorsitzender in Vettweiß: „Die CDU-Mehrheit will davon nichts wissen.”

Die Hauptschulen in beiden Gemeinden sind für Jürgen Ruskowski (SPD Vettweiß) nicht lebensfähig. Sören Link: „Sie wollten das Sahnestückchen greifen; aber jede Entscheidung muss von den Eltern getragen werden”. Darum gelte es jetzt, die Eltern möglichst schnell für das Thema zu sensibiliseren.
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