Grottentraurig, sonnig, genial witzig: Musikkabarettist Hans Georgi

Von: Gudrun Klinkhammer
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Der Musikkabarettist Hans Georgi machte am Donnerstagabend auf Burg Hengebach in Heimbach Station und stellt dort seinen Roman „Anne“ vor. Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. Von grottentraurig bis sonnig, heiter, die Lesung am Donnerstagabend in der Internationalen Kunstakademie in Heimbach beinhaltete die komplette Gefühlspalette. Der Musikkabarettist Hans Georgi machte auf Burg Hengebach Station und packte seinen Roman „Anne“ aus.

Spätestens nach zehn Minuten war der depressive Tenor des Buches in den Zuschauerraum übergeschwappt. Anne, gezeichnet von Alkohol und Tabletten, berichtet aus ihrem Leben. Doppelzimmer mit Gerlinde in einer Psychoklinik, denkwürdige Begegnungen im Café Caloni mit Mucki, dem Maler, und einem Pianisten namens Mickesch. Gescheiterte Existenzen mit genialem Verstand und noch genialerem Humor, eine spannende Mischung.

Was die Zuschauer zudem davon abhielt, irgendwann völlig fertig von der Geschichte in Tränen auszubrechen, war die Musik. Georgi spazierte vom Lesetisch zum Flügel, den er mäßig begabt und vor allem laut bearbeitete. Dann schnallte er sich ein „Klavier mit Hosenträgern“ um, also ein Akkordeon, und spielte darauf flotte Weisen, auf dieser vertikalen Tastatur wesentlich begabter als auf der horizontalen Tastenanordnung. Hinzu gesellten sich Schlagzeug und Background aus der Konserve.

Beatles und Bill Ramsey

Triller, Praller, Tremolo, Chopin, Beatles, Bill Ramsey, alles, was einmal als Zugpferd diente, wurde wieder eingespannt und teilweise mit neuem, nicht ungeschickten Text unterlegt. Der Musikkabarettist, ein gelernter Betriebswirt mit Wahlheimat Roetgen, gab sich alle Mühe, sein Publikum zu fesseln und gut zu unterhalten, was ihm phasenweise auch gut gelang. Applaus, teilweise eingefordert vom Protagonisten, spendeten die 30 Besucher immer wieder gerne.

Mit dem Wissen, warum Rubens in erster Linie dicke Mädchen malte, gingen die Gäste dann nach Hause: Die Maler zur Zeit Rubens wurden nach Stundenaufwand bezahlt – und bei dicken Mädchen hatten sie schlichtweg länger zu tun.

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