Großeinsatz im Kampf gegen reisende Einbrecherbanden

Von: Jörg Abels
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Mit geschultem Auge zog Polizeihauptkommissar Michael Niederklapfer auffällige Fahrer aus dem Verkehr. Der Fokus lag vor allem auf der Bekämpfung der Einbruchskriminalität. Foto: Jörg Abels

Düren. Die Bundesstraße 56 an der Autobahnauffahrt in Fahrtrichtung Düren ist auf eine Spur verengt. Mit geschultem Auge wirft Polizeihauptkommissar Michael Niederklapfer einen Blick in die langsam vorbeirollenden Fahrzeuge.

Sein Fokus gilt vor allem reisenden Tätern aus Osteuropa und straff organisierten Banden, die immer wieder das gute Straßennetz im Dreiländereck und die offenen Grenzen für Einbrüche in Wohnhäuser, den Diebstahl von Metallen oder für Taschendiebstähle nutzen.

Aber auch augenscheinlich angetrunkene oder unter Drogeneinfluss stehende Autofahrer bleiben ihm natürlich nicht verborgen. Ein kurzer Hinweis per Funkgerät und seine Kollegen ziehen die auffälligen Fahrer zur eingehenden Kontrolle auf dem Gelände der nahen Straßenmeisterei erst einmal aus dem Verkehr.

Die Kontrollstelle an der B 56 war Teil eines groß angelegten Schwerpunkteinsatzes unter Federführung der Kölner Polizei unter dem Motto „Mobile Täter im Visier“ im gesamten Regierungsbezirk Köln, in den Niederlanden und Belgien sowie in Rheinland-Pfalz, an dem sich auch der Zoll, die Bundespolizei und verschiedene kommunale Dienststellen beteiligten.

Für die Dürener Polizei, die unterstützt von Kräften der Einsatzhundertschaft bis in die Abendstunden mit rund 120 Beamten neben anderen Maßnahmen zehn Kontrollstellen auch an anderen Ein- und Ausfallstraßen rund um Düren einrichtete, war es bereits der dritte Großeinsatz im Kampf gegen die Einbruchkriminalität in den vergangenen Monaten. Und es wird nicht der letzte gewesen sein, kündigte Polizeisprecher Ralf Meurer an. „Die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen bleibt ein Schwerpunkt unserer Arbeit.“

Mit Erfolg. Auch wenn konkrete Zahlen erst im März vorliegen, sei schon heute klar, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis Düren gegen den Trend stagniere, wenn nicht sogar zurückgehe, betonte Meurer. Gleichzeitig verteidigte er die Schwerpunkteinsätze. An den Tagen der beiden vorangegangenen habe es keinen einzigen Einbruch im Kreis Düren gegeben, versicherte der Polizeisprecher.

Ziel der groß angelegten Kontrollen sei es aber auch, weitere Informationen über die Vorgehensweisen der professionellen und überregional tätigen Banden zu sammeln. „Das Besondere ist die vernetzte und internationale Zusammenarbeit“, unterstrich Meurer. Die gewonnenen Erkenntnisse würden mit anderen Polizeibehörden ausgetauscht, um den überregional tätigen Diebesbanden überregionale Strategien entgegenzusetzen.

Am Abend zog Polizeisprecher Ralf Meurer Bilanz. An den zehn Kontrollstellen wurden 474 Personen in 388 Fahrzeugen überprüft. Zwei Männer wurden festgenommen. Ein Autofahrer war mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs, gegen einen 52-Jährigen aus Nörvenich lag ein Haftbefehl wegen Betrugs und Diebstahls vor. Sechs Autofahrern konnte Drogenkonsum nachgewiesen werden.

Zudem hat die Polizei nach eigenen Angaben, auch das war erklärtes Ziel der Aktion, eine Vielzahl von Erkenntnissen über als Täter in Betracht kommende Personen gewonnen und in die vernetzte Zusammenarbeit mit anderen Polizeibehörden einbringen können. Daraus lassen sich strategische Ansätze für die Bekämpfung der überregionalen Eigentumskriminalität ableiten. Angemerkt

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