Große Unterschiede beim Grundstückspreis im Südkreis

Von: Jörg Abels
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Für die 42 Bauparzellen im Wohnpark Weiherhof liegen der Gemeinde Niederzier mehr als 100 Bewerbungen vor. Bei einer Infoveranstaltung wurden die potenziellen Bauherren über den Kaufpreis informiert, der aufgrund der höheren Erschließungskosten bei 158 Euro/Quadratmeter liegt. Foto: Abels

Kreis Düren. Die Einwohnerzahl im Kreis Düren soll bis 2040 geringfügig sinken, von derzeit noch gut 258.000 auf 253.000. Das geht aus dem Kommunalprofil Kreis Düren des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Um die örtliche Infrastruktur zu sichern, versuchen die Kommunen diesem Trend entgegenzuwirken. Neubaugebiete sollen den Wegzug eindämmen, aber auch neue Einwohner anlocken.

Die Lage, das örtliche Angebot, insbesondere auch der Kaufpreis sind dabei für potenzielle Häuslebauer wichtige Kriterien. In Merzenich hat jüngst die Entscheidung, erschlossene Grundstücke im neuen Baugebiet nördlich des Merz-Parks zum Quadratmeterpreis von 190 Euro zu verkaufen, für reichlich Diskussionen gesorgt. Besonders die SPD monierte, dass dieser Preis, 30 Euro oberhalb des Bodenrichtwertes, zu hoch für junge Familien sei und nur die Gemeindekasse profitiere.

Richtwerte der Gutachter

Grund genug für die DZ, einmal in den übrigen Kommunen nachzuschauen. Der Vergleich offenbart große Unterschiede, wobei einzelne Kommunen wie zum Beispiel die Gemeinden Nörvenich und Inden in Eigenregie überhaupt keine Baugebiete erschließen oder wie die Stadt Düren und die Gemeinde Langerwehe auf Nachfrage auf die Bodenrichtwerte verweisen, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Düren ermittelt hat.

Für die Stadt Düren reicht die Preisspanne pro Quadratmeter dabei von 260 Euro an der Dr.-Overhues-Allee bis 115 Euro „An der Kuhbrücke“, südlich der Boisdorfer Siedlung. Für Nörvenich werden Preise bis 140 Euro aufgeführt, für Langerwehe bis 180 Euro, für Heimbach im Süden des Kreisgebietes von bis zu 95 Euro. In Inden ist von 115 bis 120 Euro die Rede.

Interessanter wird der Blick in die Kommunen, die selbst Wohnbaugebiete erschließen. Beispiel Niederzier: Dort wird der Quadratmeterpreis individuell für jedes Areal vom Gemeinderat beschlossen, immer abhängig vom Aufwand der Erschließung. So kosteten Grundstücke „Am Roten Berg“ in Niederzier und am „Selhausener Driesch“ in Huchem-Stammeln zuletzt 135 Euro je Quadratmeter inklusive aller Nebenkosten. Für den sehr begehrten Wohnpark Weiherhof – mehr als 100 Bewerber für 42 Grundstücke – werden nun 158 Euro aufgerufen. Die Gemeinde Niederzier gewährt dabei Familien mit Kindern einen Rabatt von jeweils fünf Euro für das erste bis dritte Kind (bis 14 Jahre) und will im Wohnpark Weiherhof auch einen Fünf-Euro-Obolus für besonders ressourcenschonendes Bauen anbieten.

Einen Familienrabatt gibt es außer in Niederzier auch noch in der Gemeinde Hürtgenwald. Er beträgt für das erste bis dritte Kind jeweils zehn Prozent des Kaufpreises, der beim letzten kürzlich verkauften gemeindlichen Grundstück an der Dornhecke in Gey bei 130 Euro je Quadratmeter lag. Die Gemeinde Vettweiß hat die zwischen 2008 und 2011 gezahlte Familienförderprämie aufgrund ihrer finanziellen Situation im Jahr 2012 wieder abgeschafft. In der Gemeinde werden Quadratmeterpreise zwischen 90 und 105 Euro aufgerufen.

Keine Rabatte gibt es in Nörvenich, Langerwehe, Inden, Nideggen (bei den beiden noch verfügbaren städtischen Flächen liegt der Quadratmeterpreis zwischen 120 und 130 Euro) und Kreuzau. Dort betrug der Verkaufspreis beim zuletzt kommunal erschlossenen Baugebiet D 15 in Drove 125 Euro inklusive Vermessung und Kanal. Auch wenn es keine Rabatte für Familien mit Kindern gibt, werden diese in Kreuzau bei der Grundstücksvergabe bevorzugt.

Ansonsten gibt es in den meisten Kommunen keine speziellen Vergabekriterien. Nur in Niederzier gilt bislang eine 75:25-Regelung zugunsten von Einheimischen. Zurzeit wird in der Politik diskutiert, den Anteil für Auswärtige zu erhöhen. Und in Merzenich hat der Bauausschuss gerade erst über ein Punktesystem für die Grundstücksvergabe diskutiert. Wer seine Wurzeln oder den Arbeitsplatz in der Gemeinde hat, soll ebenso bevorzugt werden wie Familien mit Kindern.

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