Große Ehre für eine freche Plüschkuh beim Mundartfestival

Von: Dietmar Engels
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Laut, knallbunt, schrill und schräg: Die Brass- und Marchingband „Querbeat“ ließ das Zirkuszelt mit mitreißender Musik erbeben. Foto: Dietmar Engels
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Passend zum Lied „Ich bin kein Engel, ich heiße bloß so“ – Tommy Engel mit Unschuldsblick. Foto: Dietmar Engels
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Für Stimmung sorgten zudem die „Rurwürmer“. Foto: Dietmar Engels
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Knuffig und ziemlich frech: Das neue Ehrenmitglied „Dolly“ mit seinem Assistenten Peter Kerscher.

Düren. Ein voller Erfolg war das nun schon 23. Mundartfestival der „AG Schnüss“ am Wochenende im Dürener Willy-Brandt-Park (Stadtpark). Den vielen begeisterten Besuchern wurde ein vielfältiges Programm geboten, das sich wahrlich sehen lassen konnte.

Der alles überstrahlende Höhepunkt war das Konzert von Tommy Engel am Samstagabend im schönen Ambiente eines großen Zirkuszeltes.  Der Mitbegründer der „Bläck Fööss“, der als „Die Stimme Kölns“ gilt, und seine erstklassige Begleitband wurden von Fans im bestens besuchten Manegenrund begeistert gefeiert. Aber auch die Darbietungen der vielen anderen Auftretenden waren vom Feinsten.

Tommy Engel erwies sich einmal mehr als Vollblutmusiker und erstklassiger Entertainer. Von Anfang an hatte er sein Publikum voll im Griff – souverän, locker und sympathisch. Seine „Verzällcher“ über die geliebte Domstadt und etwa die Unterschiede zwischen den Mundartvariationen in Köln, Düsseldorf, Aachen und Düren brachten die Zuhörer zum Schmunzeln und machten zum Teil auch nachdenklich.

Das Konzertprogramm war ein breiter Querschnitt durch sein musikalisches Schaffen: Neue Stücke, das Beste aus der Zeit des Musikprojektes „L.S.E“, so etwa „Saunaboy“ und „Leck ens am Asch“, und – natürlich – auch etliche erfolgreiche „Bläck Fööss“-Hits, darunter „En onserm Veedel“ in einer begeisternden Reggae-Fassung, „Katrin“ und „Ming eetste Fründin“.

Besonders viel Beifall gab es für „Die Stadt“ („Here‘s to you, Nicola and Bart“ von Joan Baez) mit dem kölschen Text der unvergessenen Volksschauspielerin und Sängerin Trude Herr. Die weitaus meisten Stücke an dem Abend stammen aus der Feder des Komponisten und Pianisten Jürgen Fitz, mit dem Tommy Engel seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet und der Tommy Engel auch in Düren begleitete.

Addy Clemens, der Vorsitzende der AG Schnüss, bedankte sich am Schluss mit herzlichen Worten bei Tommy Engel, der vor drei Jahren schon einmal beim Mundartfestival zu Gast war und seinerzeit zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Eingestimmt auf das schöne Konzert hatten am früheren Abend die Dürener Mundartgruppen „Bremsklötz“ und „Echte Fründe“ in gewohnt gekonnter Manier.

Eine neues Ehrenmitglied der „AG Schnüss“ wurde auch diesmal ernannt, genau genommen sogar zwei: Mit der Auszeichnung bedankten sich die Veranstalter beim Bauchredner Peter Kerscher und seiner frechen Plüschkuh „Dolly“. Kerscher war kurzfristig (und ohne Gage) für den erkrankten Bauchredner Fred van Halen eingesprungen. Der Auftritt rundete das Programm am Freitagabend ab. Mit Mundart hatte das zwar rein gar nichts zu tun, aber dem Publikum hat‘s gut gefallen.

Das Glanzlicht des Auftaktabends war die Brass- und Marching Band „Querbeat“ aus Bonn: Laut, knallbunt, schrill, fetzig und schräg. Die Truppe besteht aus sechs Trompetern, zwei Saxofonisten, zwei Posaunisten, einem Mellofonisten, einem Helikon-Tuba-Spieler sowie je einem Gitarristen, E-Bassisten und Schlagzeuger. Die erfolgreiche Band ist seit vielen Jahren vorwiegend im Kölner Karneval aktiv, tritt aber auch sonst vielfach auf. Überzeugen konnten am Freitagabend auch die Mädchenbands „Colör“ aus Köln und „Rurwürmer“ aus Birkesdorf.

Traditionell endete das Festival am Sonntagnachmittag mit dem „Familije Daach“ mit mannigfaltigen Angeboten für Jung und Alt und einem breiten Spektrum an heimischer Mundartmusik im stündlichen Wechsel. Mit von der Partie waren die Bands „Dat kütt jood“, „Zack“ „Halunke“, „Ne joode Jong“ Holger Quast und die „Inde-Singers“.

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