Große Bandbreite an Klängen auch in Kirchen auf dem Land

Von: gkli
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Regionalkantor Hans-Josef Loevenich spielte sehr versiert und mit viel Freude die Stahlhut-Orgel in Kelz. Foto: Gudrun Klinkhammer

Kelz. Dass große Kirchen in großen Städten oft stattliche Orgeln besitzen, ist irgendwie selbstverständlich. Dass aber auch kleinere Kirchen auf dem Land mit hervorragenden Orgeln ausgestattet sein können, wird schnell übersehen.

Vor fast genau einem Jahr wurde in St. Michael in Kelz die Stahlhut-Orgel nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder in Betrieb genommen. Und genau an diesem Instrument startete Regionalkantor Hans-Josef Loevenich eine kleine Tournee, die ihn noch in zwei weitere Kirchen der Gemeinden Vettweiß und Nörvenich führte. Rund 60 Minuten lang kitzelte der Kirchenmusiker aus der „Königin der Instrumente“ die größtmögliche Bandbreite an Klängen heraus.

Loevenich: „Die Städter schätzen zu wenig Wert, was auch hier auf den Dörfern mit viel Engagement geleistet wird und zu finden ist.“ Aus diesem Grund ist die Konzertreihe „Atempausen – Kirchenmusik im Denkmal“ aus der Taufe gehoben worden. Die Idee entstand, einmal die Stahlhut-Orgel in Kelz und die Kirchen St. Amandus in Müddersheim und St. Victor in Hochkirchen unter dem Titel „Atempausen“ mit Musik zu füllen. Das Konzert in St. Amandus gestaltete der Regionalkantor mit Rebekka Zachner (Viola) und das Konzert in St. Victor mit Verena Carballosa (Querflöte) und den „Anna-Bells“, einem Dürener Frauenkammerchor.

In Kelz erklang ein reines Orgelkonzert mit Werken von der Frühklassik bis hin zur Moderne. Die Komponisten Johann Gottfried Walther und Johann Sebastian Bach waren Zeitgenossen. Werden ihre Werke, das „Concerto h-moll“ (Walther) und „Präludium und Fuge G-Dur“ (Bach) in professioneller Weise hintereinander weggespielt, wie es in Kelz der Fall war, wird schnell klar, warum Bach mit seiner ausgereiften Kompositionstechnik heute noch zu den meistgespielten Komponisten in sämtlichen Gotteshäusern zählt.

Besonders schön: „Introduktion und Fuge e-moll“ von Joseph Gabriel Rheinberger, ein Zeitgenosse von Felix Mendelssohn Bartholdy. Bei diesem romantischen Werk, eigentlich eine Orgel-Symphonie, kamen sämtliche Register zum Tragen, zum Beispiel der 16-Fuß, ein tief klingendes Register mit fast fünf Meter langen Pfeifen. Eines dieser tiefen Register trägt den Namen „Liebliche Posaune“. Als zeitgenössisches Werk spielte der versierte Organist „Power of Life“, komponiert vom 1945 geborenen Norweger Mons Leidvin Takle. Nicht nur zum Schluss des Konzerts, auch zwischendrin applaudierten die rund 50 Besucher und gaben so ihrer Freude über die Musik Ausdruck.

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