Großartiger Klavierabend mit zwei jungen Pianistinnen

Von: Anke Holgersson
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Iva Zurbo (links) und Lidija Zupancic begeisterten mit einem großartigen Klavierabend im Burgau-Gymnasium das Publikum. Foto: Anke Holgersson

Düren. Schon seit ihrem fünften Lebensjahr spielt die 14 Jahre junge Pianistin Iva Zurbo Klavier. Die Schülerin des Jordan-Misja-Musikgymnasiums in der albanischen Hauptstadt Tirana gab im Burgau-Gymnasium eine eindrucksvolle Probe ihres Könnens.

Die junge Frau war der Einladung des in Langerwehe lebenden Konzertpianisten und Musiklehrers Heribert Koch gefolgt, der sie im Rahmen seiner internationalen Jurytätigkeit kennengelernt hatte. Er begegnete ihrem musikalischen Können bei der Auswahlsitzung zur Vergabe des Preises „Pianisti i Ri“ für die European Piano Teachers Association Albanien. Damals wurde sie ausgewählt, als Solistin gemeinsam mit dem albanischen Nationalen Rundfunkorchester zu spielen.

Nach Düren führte sie bereits im vergangenen Jahr ihr deutsches Orchesterdebüt im Rahmen der Veranstaltung „Junge Künstler in St. Anna.“ Bei ihrem Konzert im Burgau-Gymnasium spielte sie Werke von Bach, Beethoven und Liszt. Bereits in der Interpretation von Bachs „Präludium und Fuge G-Dur“ aus dem ersten Teil seiner hauptsächlich zur Ausbildung des musikalischen Nachwuchses komponierten Sammlung „Das wohltemperierte Klavier“ (WTK) aus dem Jahr 1722 zeigt sie, wie sie schwierige Akkorde und Spieltempi virtuos meistert.

Ihre spielerische Ausdrucksfähigkeit kommt noch besser in dem zweiten von ihr gewählten Stück zur Geltung. In Beethovens „Sonate d-Moll“ von 1802 zeigt sie, wie sie unruhige, leise und langsame Passagen zu einer eigenen Interpretation nutzt. Das Stück, auch bekannt unter dem Namen „Der Sturm,“ geht vermutlich auf Shakespeares Drama „Der Sturm“ aus dem 17. Jahrhundert zurück.

Einigen Quellen zufolge hatte Beethoven seinem Publikum die Lektüre des Shakespeare-Werkes empfohlen, um seine Sonate zu verstehen. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, sei dahingestellt. Bei Shakespeare geht es um die Rachegelüste des entmachteten Prosperos, der schließlich, von der Gerechtigkeit des Sohnes seines Erzfeindes geläutert, zu einem besseren Menschen wird – ein Sturm eben, der sich legt, was sich durchaus in der Musik finden lässt. Iva Zurbo zog die Zuhörer mit ihrem Spiel in den Bann der Musik.

Lidija Zupancic aus Slowenien war die zweite Solistin des Abends. Die Absolventin der Musikakademie Ljubljana folgte ebenfalls der Einladung Heribert Kochs.

Die Klänge des Spiels

Sie besuchte im August vergangenen Jahres seinen internationalen Meisterkurs in Düren. Zurzeit absolviert sie in der Klavierklasse von Heribert Koch an der Musikhochschule Münster ein Erasmus-Austauschjahr. Sie spielte vor allem aus Ludwig van Beethovens Sonate E-Dur. Beeindruckend ist vor allem die Akkuratesse, mit der sie die Klänge ihres Spiels beherrscht.

Heribert Koch, der Gastgeber des Klavierabends, verbindet sein eigener Lebensweg mit dem Burgau-Gymnasium. Als Schüler des ersten bilingualen Jahrgangs legte der deutsch-französische Musiker im Jahr 1980 hier sein Abitur ab. Der Abend hätte mehr Zuschauer verdient. Diejenigen, die da waren, zeigten sich begeistert, was der lang anhaltende Applaus für die beiden Musikerinnen bewies.

Wer kein Konzert der Meisterschüler von Koch verpassen möchte, kann sich auf www.pianointernational.de informieren.

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