Graffiti im sicheren Hafen der Wellenbrecher

Von: Stephan Johnen
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Kunst aus der Dose: „Lonar”
Kunst aus der Dose: „Lonar” und seine tatkräftigen Helfer gestalteten die rückseitige Fassade eines vom Verein Wellenbrecher angemieteten Gebäudes. Foto: Johnen

Düren. Bevor auch nur ein junger Künstler eine mit Lack gefüllte Sprühdose in die Hand nahm, hatte Stephan Schlepütz, in der Graffiti-Szene als „Lonar” bekannt, schon auf dem Skizzenblock Vorarbeit geleistet. Ohne genaue Planung geht beim Sprayen schließlich nichts.

Den Hafen, den „Lonar” skizziert hatte, sprühten er und die Nachwuchskünstler schließlich mit lockerer Hand auf Wände und Garagentor. Selbstverständlich nach Rücksprache mit den Vermietern!

Auf Einladung des Jugendhilfevereins Wellenbrecher haben Schlepütz und eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen die rückwärtige Fassade eines Hauses gestaltet, das vom Verein genutzt wird. Graffiti im sicheren Hafen der Wellenbrecher sozusagen.

„Wir wollen zeigen, das Sprayen ein positives Element ist”, erklärt Thomas Jannes vom Verein die hinter der Aktion stehende Idee. Zugleich habe das gemeinsame Arbeiten und Gestalten auch einen pädagogischen Mehrwert.

„Graffiti ist etwas, das aus der Gesellschaft herausbricht und den Künstler aus der Anonymität holt”, findet Stephan Schlepütz. Er kennt aber auch die Schattenseiten beziehungsweise Vorurteile.

Seit langem setzt sich der Künstler, der schon Aufträge des Dürener Service Betriebs bekommen hat, für Freiflächen ein, auf denen Jugendliche in der Öffentlichkeit sprayen können - „Halls of Fame” genannt. Dies sei durchaus eine präventive Maßnahme, findet der Künstler. Und es hole Graffiti aus der Grauzone heraus.

Zwar gebe es in der Szene eine Art Ehrenkodex, der beispielsweise untersagt, Privateigentum zum Unterboden für Farbschichten zu machen. Dennoch komme es immer wieder zum sogenannten „Street bombing”, bei dem so ziemlich alles besprüht wird, was nicht flüchten konnte.

Die Erfahrung zeige: Wo es eine „Hall of Fame” gibt, geschehe dies seltener. In seinem Heimatort Gey hat Stephan Schlepütz es geschafft: Dort können sich Graffiti-Künstler austoben. Ebenfalls mit dem Segen des Wand-Eigentümers.
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