Grab verlegt, ohne die Witwe zu informieren

Von: sj
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Hat sich im Namen der Gemeinde bei den Angehörigen entschuldigt: Bürgermeister Axel Buch. Foto: sj

Großhau. Ohne Rücksprache mit den Hinterbliebenen gehalten zu haben, ist diese Woche auf dem Großhauer Friedhof ein Urnengrab von Mitarbeiten des Bauhofes um anderthalb Meter versetzt worden.

Als die Witwe das Grab ihres Anfang Januar dort beigesetzten Mannes besuchen wollte, fand sie die Grabstelle nicht mehr an der gewohnten Stelle vor. „Ich habe mich im Namen der Gemeinde bei der Witwe entschuldigt und die Schuld als Bürgermeister auf mich genommen”, bestätigte Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch den Fall auf Nachfrage unserer Zeitung.

Er selbst sei schockiert gewesen, als er am Dienstag über den Vorfall informiert wurde. Zu dieser Zeit nahm Buch an einer Konferenz in Bonn teil, die Nachricht erreichte ihn über Mobiltelefon. „Ich wollte zunächst nicht glauben, was ich da hörte”, sagte er der DZ. Auch der Leiter des Bauhofs sei über dieser Verlegung nicht informiert gewesen.

Für andere Bestattung reserviert

Nach derzeitigem Erkenntnisstand hat offenbar ein Mitarbeiter der Verwaltung eigenmächtig die Verlegung des Grabes in Auftrag gegeben, berichtete Buch. Der Hintergrund für die Aktion: Die Grabstelle, an der der Verstorbene Anfang Januar beigesetzt wurde, war bereits für eine andere Bestattung reserviert, die Urne wurde irrtümlich dort beigesetzt. „Ein Mitarbeiter hat dann entschieden, das Grab am Montag, als die notwendigen Gerätschaften und Arbeiter vor Ort waren, um anderthalb Meter zu verlegen und so den Fehler zu korrigieren”, führte Buch aus. Die Art und Weise des Vorgehens sei unentschuldbar.

Der Bürgermeister kündigte an, den Vorfall verwaltungsintern untersuchen zu lassen und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Ein Mitarbeiter, der in einem so sensiblen Bereich wie der Friedhofsverwaltung arbeitet, sollte ausreichend Einfühlungsvermögen haben und über Fingerspitzengefühl für den Umgang mit Menschen und ihren Gefühlen verfügen.
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