Gottes Ebenbild: Adam und Eva im Leopold-Hoesch-Museum

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Albrecht Dürers Kupferstich „Adam und Eva“ Foto: Katharina Haase

Düren. In der Ausstellung „Paper is Part of the Picture“ im Leopold-Hoesch-Museum und Papiermuseum Düren geht es aktuell um europäische Künstlerpapiere von Albrecht Dürer bis Gerhard Richter. Wir stellen einige Werke bis zum Ende der Ausstellung am Sonntag, 31. Mai, vor.

Zum Auftakt stehen „Adam und Eva“ in einem Kupferstich von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1504 im Fokus. Albrecht Dürer (1471 –1528) gilt als einer der bedeutendsten Renaissancekünstler nördlich der Alpen. Außer Zeichnungen und Gemälden schuf er 100 Kupferstiche, etwa 280 Holzschnitte und einige hundert Buchillustrationen. Nicht mit der Malerei, sondern mit seinem umfangreichen druckgrafischen Werk bestritt Dürer zu großen Teilen seinen Lebensunterhalt.

Im Gegensatz zu den Gemälden, die als Auftragswerke entstanden, schuf Dürer Druckgrafiken für den freien Markt und ließ sie auf Märkten und Messen von Mutter und Ehefrau vertreiben. Seine Druckgrafiken machten ihn bereits zu Lebzeiten in ganz Europa bekannt. Aufgrund der herausragenden Bedeutung rühmte der humanistische Gelehrte Erasmus von Rotterdam Dürer in Anspielung auf den bekanntesten Künstler der Antike als „Apelles der schwarzen Linie“.

Dürers Kupferstich „Adam und Eva“ gehört nicht nur zu den bedeutendsten Werken des Künstlers, sondern gilt als Renaissance-Werk schlechthin. Die Renaissance zeichnet sich wegen der Errungenschaft eines neuen Menschenbildes aus. Intensiv setzten sich die Künstler in dieser Epoche mit der Gestaltung des nackten menschlichen Körpers und den idealen Proportionen auseinander.

Dürer beweist mit „Adam und Eva“, dass er das klassische Figurenideal der Renaissance beherrschte, indem er das erste Menschenpaar nach dem Kanon von Vitruv proportionierte und für ihre Haltung antike Skulpturen der heidnischen Götter Venus und Apoll zum Vorbild nahm. In ihrer idealen Schönheit erscheinen Adam und Eva als Gottes Ebenbild.

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