Gospelkonzert löst gemischte Reaktionen aus

Von: Hannes Schmitz
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„The Best of Black Gospel“ – unter diesem Namen trat eine Formation auf, die sich rühmte, die Elite der Gospel-Sänger und Sängerinnen zu sein. Das Publikum in der Annakirche war geteilter Meinung. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Die Gefühle während und nach dem Konzert von „The Best of Black Gospel“ in der Annakirche waren gemischt. Begeisterte Zuschauer, die den angeblichen „Stars der US-Gospelelite“ zujubelten, Konzertbesucher, die ausgeharrt hatten, weil sie auf mehr starke Momente gehofft hatten, und Zuhörer, die aus Enttäuschung ihren Hut nahmen und das Konzertende nicht abwarteten.

Sie vermissten möglicherweise das Althergebrachte in den Gospels und Spirituals, deren Seele auf dem Altar moderner Popkultur geopfert zu sein schien. Ihre Welt schien die überwiegend „christliche Popmusik“ nicht gewesen zu sein, in der auch bekannte Songs in neue „musikalische Gewänder“ gekleidet wurden.

In schwingenden Roben betrat das neunköpfige Ensemble den dunkel gehaltenen und nur durch Spots zeitweise angeleuchteten Altarraum. Nicht unbedingt eine „Erleuchtung“ für Konzertbesucher, die nicht das Glück hatten, einen der vorderen Plätze in den wohl gefüllten Kirchenbänken ergattert zu haben, sondern auf den hinteren oder seitlichen Bänken im Kirchenschiff eher von der Hoffnung erfüllt waren, doch etwas „mit zu bekommen“.

Fetzige und laute Töne

Auf jeden Fall waren es fetzige und laute Töne, die bis „nach hinten“ drangen und wegen der zeitweiligen grausigen Tontechnik eher verzerrt ankamen. Die Chorgesänge wirkten fast wie ein Tonsalat. Das Problem bekamen die Techniker zwar im Laufe der Zeit besser in den Griff, doch Hochgenüsse hatten nur die, die im vorderen Bereich saßen und von der mentalen und spirituellen Professionalität des Gesangensembles eingefangen wurden. Allerdings hatte man zeitweise das Gefühl, dass sich die vier Sängerinnen und fünf Sänger in der Findungsphase befanden. Gerade erst haben sie ihre Deutschlandtournee begonnen und sind anscheinend noch dabei, aus einzelnen starken Stimmen einen Chor zu formen. Die stärksten Momente des Konzerts gab es daher, wenn Soloparts und Duette zu hören waren.

Sie erreichten auf schmeichelnde Art die Ohren der Konzertbesucher, die dann die besondere Klangfarbe der Stimmen der Künstler erkennen konnten. Ein Timbre, das je nach Song, durchaus für „Gänsehaut“ sorgte. Die Künstler entwickelten bei ihrem Gesang die Fähigkeit, ihre persönliche Stimmung auszudrücken. Ob gespielt oder echt, mag dahin gestellt sein. Aber man hörte Töne, die rau und heiser, manchmal „schreiähnlich“ klangen, andererseits angenehm weich und zart wirkten. In solchen Momenten wurde trotz aller Modernität, die Seele der Gospelmusik offenbart. Die forderte auch Körpereinsatz – vom Ensemble mit einstudierten Bewegungen und dem Publikum, das gerne mitmachte.

Vor dem Hintergrund eines schlichten Kruzifixes, dessen Lichter immer wieder einmal aufflammten, begannen die in blaue Kutten gewandeten Sängerinnen und Sänger mit „Holy, holy“ ihre „Oh Happy Day“-Tour und fanden mit John Newtons „Amazing Grace“ über die Spirituals „Oh when the Saints“ und „Joshua fit the Battle“ bis hin zu Händels „Halleluja“ einen starken Zugang zu den Fans. Sie zeigten, kombiniert mit dem rockigen Titel „Freedom“, dass die Forderung nach Freiheit aktuell bleibt und präsentierten ihren Tourneetitel zum Abschluss in einer markanten Version. Vielen war das Konzert ein „Happy Evening“ und dementsprechend fiel ihr Beifall aus, die anderen spendeten nur freundlichen Applaus.

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