Düren - Gospelchor „Crescendo“: Nachdenkliche Melodien und Ohrwürmer

Gospelchor „Crescendo“: Nachdenkliche Melodien und Ohrwürmer

Von: Bruno Elberfeld
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Unter der Leitung von Sabrina Koultchitski präsentierten die „Crescendos“ zwei perfekte Konzerte in der Marienkirche. Foto: bel

Düren. Alle Jahre wieder präsentieren die Sängerinnen und Sänger des Gospelchores „Crescendo“ ihr Abschlusskonzert in der Dürener Marienkirche. Konzipiert wurde dieses zum Gedenken an ihren Gründer und Chorleiter Martin Schröteler und seinen Bruder Gerd. Auch in diesem Jahr traten die Musiker wieder vor einem vollen Haus auf.

Das Konzert war in verschiedene Abschnitte gegliedert. Das war nicht zuletzt an den Outfits der Akteure zu erkennen. Die Songs mit geistlich-sakralem Inhalt interpretierte der Gospelchor in traditionellen roten Kutten, die jede Bewegung innerhalb der Choreographie eines Vortrags sichtbar werden ließen. Der zweite Teil wurde in schwarzen Röcken, Hosen, Blusen dargebracht.

Natürlich wurde auch der Kirchenraum passend zum Inhalt der Kompositionen in Szene gesetzt und von bunten Lichtspielen begleitet. Bei Balladen war der Kirchenraum in ein warmes Dunkel getaucht, bei fetzig-dynamischen Beiträgen durchdrangen ihn helle Scheinwerfer.

Chorleiterin Sabrina Koultchitski, die das Konzert meist von ihrem Sitzplatz aus in der ersten Reihe dirigierte, hatte nach dem Konzert im Jahr 2015 gesagt, dass sie für den Chor „noch Luft nach oben sehe“. Diese Prophezeiung ging, so stellte wohl das Gros der Besucher fest, in Erfüllung. Crescendo war noch professioneller und perfekter geworden. Da saßen die Töne punktgenau, die Texte kamen akzentuiert daher, Mimik und Gestik waren selbstbewusster und lockerer. „Die Sängerinnen und Sänger dieses Chores treten mutiger und lockerer auf“, erklärte die Dirigentin im Gespräch. Die Kommunikation mit dem Publikum und die gesamte Dynamik hätten sich positiv entwickelt. „Ich bin total stolz“, erklärte sie, „Crescendo leiten zu dürfen.“

„Free your Soul“, „Jesus Lover“, „Higher and Higher“, „Day by Day“ und „Sweet Jesus“ waren nur einige Stücke aus dem sakralen Teil des Konzerts und machten die Menschen auf den Stühlen nachdenklich. „Operator“ und „Sister Act“ rüttelten die Besucher auf. Dirigentin Sabrina Koultchitski sang, begleitet von ihrer Gitarre, ein brillantes Solo „The Queen and the Soldier“ von Suzanne Vega. Beeindruckend der Text, in dem ein Soldat sich weigert, weiter für die Königin zu kämpfen, empathisch die Stimme der Sängerin, überzeugend die Art und Weise der Präsentation.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde es lebendiger. Die Hörer kannten die meisten Ohrwürmer, die aus dem Chorraum der Kirche erklangen. Bei Titeln wie „You are the Sunshine“, „Some Nights“, „You´ll be in my Heart“, „Viva la Vida“, „Africa“ begeisterten die Zuhörer.

Bei den beiden Zugaben „You raise me up“ und „Oh, Happy Day“ konnte keiner mehr ruhig sitzen bleiben. Während des Konzerts waren die Besucher zurückhaltender. Pit Kästner und Sabrina Koultchitski taten durch Wort und Tat das Ihrige, um das Publikum zum Mitmachen zu animieren.

Zu professionell?

Eine Gruppe Besucher – unter ihnen Sängerinnen und Sänger anderer Chöre – rätselten nach dem Konzert vor dem Gotteshaus, warum der Funke zwischen Chor und Publikum nur zaghaft übergesprungen sei. „Crescendo ist zu professionell und zu perfekt geworden“, vermuteten sie. Bei diesem Prozess könnten – so die wirklich wohlmeinenden Kritiker – Authentizität oder besser, ein Stück Herz und ein Stück Seele verloren gegangen sein.

Moderator Pit Kästner hatte zum Schluss noch eine frohe Botschaft. Endlich wird der Kinderchor „Crescendo“ ins Leben gerufen. Das erste Treffen findet am 7. Februar um 16.30 Uhr im Birkesdorfer Proberaum von Crescendo statt. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren sind eingeladen zu einem Schnupperkurs, der einen Monat dauern soll. Danach soll eine Probezeit von drei Monaten folgen. Informationen und Anmeldungen unter www.crescendo-gospelchor.de.

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