Golzheim: Seit der Steinzeit ein lebenswerter Ort

Von: Sarah Maria Berners
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Die Umnutzung alter Hofanlagen wie der Stachenburg, die Begrüßungsschilder sowie der Vielgenerationenplatz wurden von der Jury positiv bewertet. Foto: Sarah Maria Berners
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Die gute Zusammenarbeit im Dorf ist ein Punkt, der den Juroren des Kreiswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ gut gefallen hat. Foto: Sarah Maria Berners
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1933 fand man einen römischen Sarkophag, der heute im Pfarrgarten vor der Fatimakapelle ausgestellt ist. Foto: Sarah Maria Berners

Golzheim. Das 1300-Seelen-Dorf in der Gemeinde Merzenich hat eine Kiesgrube, zwei vielbefahrene Straßen und der Tagebau Hambach rückt immer näher. „Die Lage des Dorfes hat einige Nachteile“, weiß Johannes Müller. „Wir wollen diese ausgleichen, in dem wir immer neue Projekte anpacken“, beschreibt der Ortsvorsteher.

„Golzheim ist ein sehr lebenswerter Ort – und das schon ziemlich lange“, sagt Dr. Maria Schoeller, Vorsitzende des Vereins „Golzheim aktiv“ mit Verweis auf die Geschichte. Viele Golzheimer würden sich in Vereinen engagieren und/oder mit anpacken, wenn wieder Mal ein Projekt oder eine der traditionellen Veranstaltungen ansteht. Und so sind es auch „die Freundlichkeit, die Offenheit und der Zusammenhalt“, die das Leben im Dorf in den Augen von Rodja Rittlewski ausmachen. Die gute Zusammenarbeit im Dorf ist auch ein Punkt, der den Juroren des Kreiswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ gut gefallen hat.

Außerdem befand die Jury, die den Merzenicher Ortsteil jüngst zum Golddorf kürte und für den Landeswettbewerb qualifizierte: „Golzheim gebührt die Vorreiterrolle der zukunftsorientierten Dorfentwicklung.“ Schon 2008 hat es dort Dorfkonferenzen gegeben, aus denen viele Projekte entstanden sind.

In Golzheim gibt es schon seit Jahren einen Einkaufsfahrdienst für Senioren, es gibt regelmäßige Frühstückstreffen und jahreszeitliche Veranstaltungen. Ein Besuchsdienst für Senioren wird derzeit aufgebaut. Im vergangenen Jahr wurde im Neubaugebiet der „Vielgenerationenplatz“ gebaut, auf dem es viele Spielgeräte gibt, und an dessen Rand duftende Kräuter und heimische Obstsorten wachsen. Zum Erhalt von Flora und Fauna gibt es darüber hinaus einige private Initiativen.

Eine Metzgerei, einen Bäcker und einen Obstladen gibt es im Dorf noch. Wer Milch kaufen möchte, muss aber in die Nachbarorte fahren. Die Golzheimer haben auch schon über einen Dorfladen nachgedacht, aber dank des Einkaufsdienstes, guter Vernetzung und der kurzen Entfernungen zu großen Geschäften haben sich die Golzheimer vorerst aber dagegen entschieden. Gut vernetzt sind die Golzheimer auch, was das Internet anbelangt.

Ein Dorn im Auge ist den Golzheimern die schlechte Anbindung an den ÖPNV. „Wer beispielsweise zur Bank nach Merzenich möchte, muss zuerst nach Düren fahren und dann umsteigen“, schildert Johannes Müller. Und der Weg von der Landstraße ins Ortszentrum sei fußläufig für viele ältere Menschen nicht zu bewältigen. „Viele Familien hier haben Zweit- oder Drittwagen“, weiß Rodja Rittlewski. „Wir denken daher über die Anschaffung eines Dorfautos nach.“ Auch mit der Verkehrssituation ist die Dorfgemeinschaft nicht glücklich. Die Hoffnungen auf eine Umgehungsstraße gibt es seit Jahren.

Positiv bewertet haben die Juroren auch die bauliche Entwicklung des Bördedorfes: „Die Neubaugebiete sind um den alten Kern herum angesiedelt worden, so dass sich eine kompakte Dorfstruktur entwickeln konnte.“ Auch die Umnutzung alter Objekte hat die Jury gelobt. So werden in der Stachenburg, der ältesten Hofanlage in Golzheim, heute Oldtimer restauriert, eine andere bietet Wohnraum, eine weitere eine Hundepension. Einen wenig schönen Fleck im Ort haben die Golzheimer mit einem bunten Panoramabild einen sehenswerten Akzent gesetzt.

Was den Golzheimern fehlt, ist ein öffentliches Gebäude für Vereinsveranstaltungen und regelmäßige Treffen. Für einige Veranstaltung wird derzeit das Pfarrheim genutzt, aber dessen Zukunft ist im Rahmen des kirchlichen Immobilienmanagements noch ungewiss.

Ebenfalls wünschen sich die Golzheimer mehr Wohnraum für Senioren, damit diese im hohen Alter das Dorf nicht verlassen müssen. Dieser Gedanke soll in künftige Bauleitplanungen für das Golddorf einfließen.

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