Glanzvoller Auftritt von Max Raabe bei Burgfestspielen

Von: Bruno Elberfeld
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Mit Humor und Ironie erweckten Max Raabe und das Palastorchester bei den Menschen Sehnsucht nach Liebe und Romantik. Foto: bel

Nideggen. Die Menschen im Nideggener Burghof waren fasziniert. Schlager und Evergreens aus dem Goldenen Zeitalter, den Zwanzigern und Dreißigern des letzten Jahrhunderts, die ihre Eltern und Großeltern vor Jahrzehnten gesummt hatten, live auf der Konzertbühne der Festspiele auf Burg Nideggen.

„Heute Nacht oder nie!” oder „Bei mir biste schön!” Wer fühlt sich da nicht angesprochen und angerührt?

Die etwa 1100 Personen waren ergriffen. Eine heilige Ruhe lag über dem Viereck, nur die Instrumente, der Gesang von Max Raabe und seine humorvollen Ansagen, gespickt mit Pointen in feiner Ironie, in denen das gerollte „R” so wundersam zum Vorschein kam, durchbrachen die Stille.

Da passte alles: die Kostüme der Männer und Frauen im Orchester, Raabes Frack über gestärktem Hemdkragen, gestärkt aber auch die exzellent aufrechte Haltung des Sängers. Da war außer den Stimmbändern und dem Mund fast nicht in Bewegung, kein Härchen war gekrümmt.

„Veronika, der Lenz ist da.” Lockruf der Liebe und der Sehnsucht. „Ich küsse ihre Hand, Madame.” Raabe gab Anweisungen, wie Frauen und Männer miteinander umzugehen haben. Beziehungen zwischen Männern und Frauen waren damals nicht so stürmisch wie in der heutigen Zeit. Ganz langsam tastete man sich an das Objekt der Begierde heran, eine romantische Angelegenheit.

Auf diese Musik war vor Jahrzehnten getanzt worden.

Philosophische Sätze

Und dann immer wieder die philosophischen Sätze Raabes: „Bei der Liebe kann man keine Arbeiterlieder singen, weil Liebe keine Arbeit ist.” oder „Wer vermag da zu singen, wenn Verwandtschaft zu Besuch kommt?” Zum Vergnügen des Publikums sprach der Chansonnier, seit vielen Jahren schon auf den Bühnen dieser Welt ein Weltstar, einfache Wahrheiten aus.

Im Orchester saßen hervorragende Solisten. Auch sie bewegten sich nur wenig. Gegen Ende des Konzerts ließen sie - nahezu akrobatisch - verschieden gestimmte Glöckchen ertönen. Da kam Freude auf, die Leute lachten. Sie lachten auch wegen der Texte, die aufgrund ihrer Einfachheit witzig und humorvoll rüberkamen.

Zum Abschluss der Nideggener Burgfestspiele setzten Raabe und das Palastorchester mit Liebesliedern von Mischa Spoliansky bis Fritz Kreisler, von Kurt Schwabach bis Robert Stolz, einen würdigen Schlusspunkt. Das Publikum dankte es mit nicht enden wollendem Applaus und wurde selbst durch ein prächtiges Feuerwerk belohnt.
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