Girls‘ und Boys‘ Day: Chancen nutzen und Klischees durchbrechen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Der „Girls‘ und Boys‘ Day“ soll Einblicke in Berufe ermöglichen, die mit Klischees behaftet sind. Foto: dpa
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Paul Larue, Christina van Essen und Peter Junker (v.li.) präsentieren das Programm für Mädchen und Jungen. Foto: Klinkhammer

Düren. Die Mädchen werden Friseuse und die Jungs schrauben an Autos herum, diese Berufsverteilung sitzt in den Köpfen vieler Menschen immer noch sehr fest. Um verkrustete Ansichten und Vorurteile aufzubrechen, wird der „Girls‘ und Boys‘ Day“ am Donnerstag, 23. April, in Düren veranstaltet.

Christina van Essen, die Frauenbeauftragte der Stadt, sowie Peter Junker vom städtischen Jugendamt stellten das Programm mit Dürens Bürgermeister Paul Larue am Mittwochmittag im Gebäude des Bürgerbüros am Markt vor. Paul Larue betonte: „Die Zusammenarbeit der Betriebe und der Schulen ist ganz wichtig ebenso wie die Möglichkeit, in diverse Berufe einen Blick hineinwerfen zu dürfen.“ Christina van Essen skizzierte noch einmal mit markigen Worten das Ziel: „Langweilige Traditionen aufzubrechen und Dynamik in die Berufswahl bringen, das ist das Ziel des „Girls‘ und Boys‘ Day“.

Die Frauenbeauftragte nannte Fakten: „40 Prozent aller Haupt- und Realschüler haben keinen realistischen oder gar keinen Berufswunsch.“ Immer noch seien die Wunschzettel geprägt von dem, was seit vielen Jahrzehnten vorgelebt worden sei: Mädchen nennen als Berufswunsch zunächst die Kauffrau, dann die Bürokauffrau, die medizinische Fachangestellte, die Verkäuferin und die Friseurin. Jungs dagegen wünschen sich, Kraftfahrzeugmechatroniker zu werden, weiter Kaufmann im Einzelhandel, Koch, Industriemechaniker und Anlagenmechaniker.

Schade sei, wenn nicht auch einmal die Chance genutzt würde, in ganz andere Bereiche hineinzuschnuppern, um sich ein eigenes Bild machen zu können. Denn möglicherweise sind auch Mädchen technisch begabt und Jungs für soziale Berufe sehr geeignet. Peter Junker sagt mit Nachdruck: „Sowohl in den Kindertagesstätten als auch in den Grundschulen arbeiten in erster Linie Erzieherinnen und Lehrerinnen.“ Das präge die Kinder gerade in den ersten Jahren sehr stark und wirke sich auf den Berufswunsch aus.

Was bedauerlich sei. Junker: „Denn wir brauchen männliche Kollegen, gerne auch mit Migrationshintergrund.“ Das Angebot richtet sich an die Absolventen der neunten und zehnten Klassen. Für die Mädchen stehen 100 Plätze bereit, für die Jungs 50. Doch, das bekräftigen die Ausrichter, ist noch ein wenig Luft nach oben.

Speziell in der Stadtverwaltung, im Dürener Service Betrieb, in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in handwerklichen Bereichen und am Kölner Flughafen können die Schülerinnen ihre Talente prüfen, etwa als Fluglotsin.

Die Schüler haben die Möglichkeit, in Berufen wie Erzieher, Altenpfleger, Florist, Friseur, Gärtner, Hotel- und Gaststättenbereich und als Streetworker ihre ersten Erfahrungen zu machen.

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