Giora Feidmann begeistert sein Publikum in der Christuskirche

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Giora Feidman ist einer, der Seelen rührt. Wenn der Musiker mit seiner Klarinette lacht und weint, jubelt und klagt, komische und ernste Geschichten erzählt, hört sein Publikum gebannt zu. Foto: niko

Düren. Giora Feidmann ist ein Meister der Klarinette, ein steter Quell von Überraschungen und ein rastloser Botschafter der Verständigung. Mit seinen Tonseufzern, seinem Wabern, Winseln, Schmeicheln, Weinen und Zagen, Lachen und Klagen verzauberte Feidmann mit seinem romantischen Rohrblattinstrument zum dritten Mal am Sonntagabend die restlos begeisterten Zuschauer in der Dürener Christuskirche.

Doch zuerst begrüßten die Streicher mit Georges Gershwins „Lullaby” das erwartungsvolle Publikum, von Feidman keine Spur. Doch dann wehte ein sanfter Ton aus weiter Ferne durch die Kirche.

Es war ganz leise - man hätte sogar eine Stecknadel fallen hören können - und es schien so, als ob die Menschen in der Kirche das Atmen eingestellt hätten, als Feidman durch die Reihen zum Rund inmitten der Kirche schritt.

Es war der Auftakt zu einem Konzert voller Schönheit der Musik und ihrer verbindenden Kraft als gemeinsame Sprache aller Menschen.

Selbst das Publikum animiert Feidmann einen Ton zu summen, das als akustisches Gerüst dient, um eine anmutige und dahin schmelzende Melodie erblühen zu lassen. „Soll Krieg eine Lösung sein”, mahnt Giora Feidmann den Angriff seiner Landsleute in Israel auf den Gaza-Streifen an. Seit 52 Jahren lebt er bereits in Israel, und Versöhnung mit allen Menschen liegt ihm sehr am Herzen.

Nationalhymnen verschmelzen

Wie einfach es in der Musik geht, zeigte er sofort. Ganz zart stimmt er die Deutsche, die Israelische und die Palästinensische Nationalhymne an und plötzlich verschmelzen die Unterschiede zu einem Ganzen. „Als Jude verstehe ich etwas von Religion. Weder im Alten Testament noch im Koran noch sonst wo steht geschrieben, dass die Zugabe erst am Ende eines Konzertes gespielt wird”, witzelte Feidmann spitzbübisch zum Beginn der Pause. Es genügten nur wenige Takte des israelische Liedes „Hevenu Shalom Aleichim” (Wir bringen euch Frieden), um das Publikum zum mitsingen zu bewegen und verschwindet, so leise wie er gekommen war.

Feidman möchte mit seiner Musik versöhnen. Und so stehen bei ihm argentinischer Tango, jüdischer Klezmer, Klassik und Moderne gleichwertig nebeneinander. Was Feidmann und sein Gershwin Quartett hier präsentierte ist Musik, die der Seele Flügel verlieh und die Christuskirche in einen wunderschönen Tempel, voll von Spiritualität und belebender Energie verwandelte. Minutenlange stehende Ovationen gab es am Ende für Feidmanns Botschaft der Versöhnung und dem großartigen Gershwin-Quartett.
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