Gigantische Sammlung: Nideggener besitzt 1200 Mini-Krippen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Franz-Josef Brandenburg ist ein Krippenliebhaber durch und durch. In seinem umfangreichen Fundus befinden sich auch mehr als 200 Mini-Krippen. Foto: Klinkhammer

Nideggen. Es ist eine gigantische Sammlung, die Franz-Josef Brandenburg hortet. Der 68-Jährige sammelt Krippen. Er besitzt mehr als 1200 – geschätzt. Doch kann sich diese Zahl jeden Tag ändern. Unter den ganzen Exemplaren befinden sich auch rund 200 Mini-Krippen.

Die herkömmlichen, kostbaren und teils sehr skurrilen Stücke werden immer wieder verliehen und in Städten wie Köln, Stolberg und Nideggen ausgestellt.

Die Leidenschaft für diese Szenendarstellung erwachte bei Franz-Josef Brandenburg schon sehr früh. „Ich wuchs in Monschau auf und meine Eltern besaßen eine große Hauskrippe“, erinnert sich Brandenburg. Allerdings war das Haus eher klein. So mussten stets vor Weihnachten zwei Sessel aus der guten Stube herausbugsiert werden, damit die Hauskrippe überhaupt aufgebaut werden konnte. „Auf einem Tisch bauten meine Eltern keinen Stall, sondern eine rund 1,60 Meter hohe Höhle aus Krippenpapier auf. Es war schon eine tolle Krippe, aber noch lange nicht die tollste.“

Damals war es üblich, dass sich die Nachbarn am zweiten Weihnachtsfeiertag gegenseitig besuchten, um die Krippen der anderen zu bestaunen. Und die waren zum Teil noch toller als die eigene. „Vor allem, wenn beim Krippenkieken Schnaps gereicht wurde“, sagt Brandenburg und schmunzelt.

Bereits als Kind begann der inzwischen pensionierte Leiter der Grundschule Embken, Mini-Krippen zu sammeln. Zu seinen ersten Schätzen zählten sogenannte „Margarinefiguren“. Anfang der 1950er Jahre wurden beim Kauf von Margarine als Werbebeigabe derartige Figürchen beigelegt. Sammelten diese weißen oder leicht gelblichen, teilweise bemalten Hartplastikfiguren früher Kinder, sind es inzwischen Erwachsene, die die „Margarinefiguren“ zum Beispiel im Internet aufspüren. Na ja, und dann sammelte der Wahl-Nideggener weiter, große und kleine Weihnachtsszenen.

Er selber reist viel und bringt immer wieder Mini-Krippenexemplare mit nach Hause. Brandenburg: „Bei uns ist wirklich das ganze Jahr über Weihnachten.“ Egal ob am Fuße des Ätna, in Venedig oder in Gleiwitz und egal ob aus Lava, Muranoglas oder Holz – es scheint kaum noch eine Krippenart zu geben, die nicht in seinem Besitz ist. Obwohl er dazu sagt: „Im Vergleich zu vielen anderen Krippensammlern bin ich noch ein kleines Licht.“

Zu fast allen seiner Krippen kann Franz-Josef Brandenburg etwas erzählen – zum Beispiel zu einer quietschbunten, glitzernden Weihnachtsszene aus Krakau. „In den Kirchen in Krakau werden zur Advents- und Weihnachtszeit bis weit in das neue Jahr hinein lebensgroße, folkloreartige Krippen aufgebaut“, berichtet der Sammler. „Vor allem für Kinder sind sie eine absolute Attraktion“, betont Brandenburg. Nach den Vorbildern dieser Darstellungen entstanden verkleinerte, tragbare Ausführungen, die die Dorfjungen von Haus zu Haus tragen. Mit dem Bau beschäftigen sich traditionell die im Winter arbeitslosen Maurermeister. Die Exemplare wurden immer üppiger gestaltet, die Krippenbauer wetteiferten um die schönste Ausführung. Seit etwa 1900 erinnert die Form aus Pappe und bunter Aluminiumfolie an Elemente des Puppentheaters. Gestaltet wird eine prunkvolle Kirchenfassade, für die gotische Krakauer Kirchen Modell standen. Genannt werden sie „Szopka“.

Ein kleines Dilemma erlebte Brandenburg mit einer geschenkten Schokoladenkrippe aus dem Zülpicher Raum, die im Licht einer Vitrine vor sich hinschmolz und die Fassung verlor.

Familienmitglieder und Freunde wissen längst um die Sammelleidenschaft des Nideggeners. Viele ließen sich vom Virus infizieren. Aus der ganzen Welt bringen sie nun Krippen herbei. Brandenburg: „Eine Bekannte brachte mir ein zerbrechliches Stück aus Kuba mit. Einen ganzen Tag lang hatte sie es während eines Stadtrundganges mit sich herumgetragen, im Hotel dann stoßfest in Toilettenpapier eingewickelt.“

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