Giftköder im Kreis Düren: Hund stirbt

Von: Sonja Essers
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Mit Aushängen will Hundebesitzer Wolfgang Stümper auf die Giftköder in Golzheim und Merzenich aufmerksam machen. Dort wurden in den vergangenen zwei Wochen acht Hunde vergiftet. In Ellen starb sogar ein Opfer. Ein neuer Fall geschah am Wochenende. Foto: imago/Christian Mang

Kreis Düren. Gift versteckt in Speck, Salami und Leberwurst sowie Rasierklingen in Frikadellen: Immer wieder werden Hunde Opfer von perfiden Attacken – auch im Kreis Düren. In den vergangenen zwei Wochen gab es laut Tierarzt Dr. Axel Beck acht Fälle in Golzheim und Merzenich, bei denen die Tiere vorsätzlich vergiftet wurden. Die Vierbeiner hatten Glück, sie starben nicht. In Ellen ging es anders aus.

Der Hund erlag seinen Verletzungen, und die Besitzer erstatteten Anzeige. Auch in Düren sorgte am Wochenende ein Fall für Aufregung. Einer oder mehrere Unbekannte warfen einen Giftköder auf ein Grundstück in der Blücherstraße in Düren. Der Hund, der davon fraß, leidet nun an schwerem Erbrechen. Ob der oder die Täter gefasst werden können, ist unklar.

Lou ist ein Opfer eines Giftköders. Der dreijährige Australian Shepherd fand im Golzheimer Feld eine eingeriebene Speckschwarte – mit verheerenden Folgen, wie sein Besitzer Wolfgang Stümper berichtet. Erst nach rund einer Woche ging es dem Tier wieder gut. Zuvor litt Lou an Lähmungen und musste sich mehrfach übergeben. Lou lebt noch, weil sein Herrchen ihn direkt zum Tierarzt brachte. „Mittlerweile geht es aufwärts, aber es hat ihn richtig umgehauen“, sagt Stümper.

Leberwurst und Salami

Wenige Stunden nach dem Vorfall stellte sich heraus, dass Lou nicht der einzige betroffene Hund aus Golzheim war. Einige Tage zuvor fraßen zwei weitere Hunde ein präpariertes Stück Leberwurst beziehungsweise ein Stück Salami, auf dem das Pulver noch erkennbar gewesen sei, berichtet Tierarzt Dr. Axel Beck. Durch ihn erfuhr Wolfgang Stümper, dass auch in Merzenich zwei Hunde betroffen waren: „Da muss schon ein Hundehasser am Werk gewesen sein. Die Stücke waren so gut präpariert. Da hat sich scheinbar jemand richtig Mühe gegeben“, sagt Stümper.

Welches Pulver in den Wurststücken versteckt wurde, ist nicht bekannt. Wolfgang Stümper und Jürgen Plinz, erster stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins für den Kreis Düren, vermuten, dass es sich um Rattengift handelt. Gewissheit könnte allerdings nur eine Analyse liefern. „Die kostet zwischen 4000 und 5000 Euro, und das ist es den Hundebesitzern dann oft nicht wert“, sagt Tierarzt Dr. Axel Beck.

Der Tierschutzverein für den Kreis Düren hat am Freitag eine Warnung an Hundebesitzer und auch Eltern herausgegeben. „Wir haben bei uns um die Ecke einen Spielplatz. Nicht, dass so etwas mal da landet“, sagt Stümper.

Jürgen Plinz sagt, dass Fälle wie diese keine Seltenheit seien. Erst vor rund fünf Jahren habe es ebenfalls Fälle dieser Art gegeben. Wie viele das waren, kann er allerdings nicht mehr sagen.

Wolfgang Stümper will nun bei der Polizei Anzeige erstatten. Dass der Täter geschnappt werden kann, glaubt er jedoch nicht. Ob eine Anzeige zum Erfolg führt, kann auch Ingrid Königs von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Düren nicht sagen. Nur wenn man einen Verdacht habe oder den Täter sehe, könne man Ermittlungen einleiten, und das sei schwer, sagt sie. Trotzdem rät sie Hundebesitzern, eine Anzeige zu erstatten.

Wird der Täter ermittelt, drohen ihm hohe Strafen: Stirbt ein Hund, läuft dies unter dem Stichwort Sachbeschädigung. Laut Strafgesetzbuch können Täter dafür eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren erhalten. Wird ein Hund bei einer Attacke dieser Art verletzt, ist das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Ein Verstoß kann zu einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren führen. Bisher wurden bei der Dürener Polizei zwei Anzeigen gestellt.

Wolfgang Stümper will nun mit Aushängen in Golzheim und Merzenich vor möglichen Attacken warnen. Er hofft, dass so nicht noch mehr Tiere zu Opfern werden.

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