Düren - GFC Düren 09 meldet Insolvenz an

GFC Düren 09 meldet Insolvenz an

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:

Düren. Das Schreiben kam am 29. Dezember 2009 und enthielt keine frohe Botschaft zum Jahreswechsel. Der Steuerberater des GFC Düren 09 empfahl dem Fußball-Mittelrheinligisten dringend, Insolvenzantrag zu stellen.

Am Dienstag zog das Präsidium des Vereins, der vor wenigen Monaten seinen 100. Geburtstag feierte, die Reißlinie: Es ging zum Insolvenzgericht. Henner Schmidt: „Die Liquidität bis zum Saisonende war nicht mehr gewährleistet, wir können unsere finanziellen Zusagen nicht erfüllen.”

Zwei Gründe führten laut Henner Schmidt zur finanziellen Schieflage des Vereins, der schon Ende der 90er Jahre Probleme mit dem Finanzamt hatte: Zum einen müsse der Verein als Ergebnis der Betriebsprüfungen für die Jahre 2000 bis 2005 einen fünfstelligen Betrag in nicht unbeträchtlicher Höhe an Lohnsteuern und Sozialabgaben nachzahlen, zum anderen habe ein Sponsor seine Zusagen für die laufende Saison nicht in vollem Umfang eingehalten.

„Da wir diese Summen nicht aufbringen konnten und weil wir auch nicht wissen, was die Betriebsprüfungen für die Jahre ab 2006 bringen, haben wir die Reißleine gezogen.” Der Präsident sagte weiter, natürlich seien Trainer Peter Kosprd und die Spieler geschockt gewesen. Der Mannschaftskapitän habe eine flammende Rede an seine Mitspieler gerichtet, sie auf den Rest der Saison eingeschworen, der Coach habe zugesichert, Verein und Team nicht im Stich zu lassen.

Wie geht es weiter? Dem GFC wird nun Insolvenzverwalter Helmut Irmen aus Merzenich zur Seite gestellt, der dann eine Entscheidung treffen wird, ob das Verfahren eröffnet oder mangels Masse abgelehnt wird. Der GFC Düren 09 will den Spielbetrieb aufrecht erhalten. Schmidt hofft, dass die Spieler dem GFC zumindest bis zum Saisonende treu bleiben, obwohl sie finanzielle Abstriche machen müssen.

Eröffnet der Insolvenzverwalter das Verfahren oder lehnt er es ab, steht der GFC automatisch als erster Absteiger fest. Schmidt will dann in der Landesliga weitermachen: „Wir wollen ein sauberes Ende, einen sauberen Anfang, notfalls mit einer Neugründung, machen.” Schmidt sagte aber auch: „Unser Insolvenzantrag ist ein Zeichen dafür, dass die Dürener Vereine kooperieren müssen, wenn höherklassiger Fußball gespielt werden soll.”

Sein Vorgänger Roland Mader, in dessen Amtszeit die Betriebsprüfungen fallen, sagte zur aktuellen Entwicklung: „Wie der GFC die Situation handhabt, verdient höchsten Respekt. Sie zeugt von verantwortungsvollem Handeln.” Mader, der betonte, seine Firma Amedia habe Sponsorengelder in erheblicher Höhe akquiriert, sagte weiter, das Finanzamt habe ihn aus dem Präsidentenamt geprüft, weil es die Unterstützung des GFC als Hobby angesehen habe.
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