Gey: Widerstand gegen Bauland wächst

Von: Norbert Holthoff
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Ganze vier Meter breit ist die geplante Zufahrt zum Baugebiet C 4 in Gey. Da ist ein Verkehrschaos praktisch schon programmiert.

Gey. Scheitert auch der dritte Anlauf der Gemeinde, im Bereich verlängerte Feld- sowie Eifel- und Bergstraße aus Wiesen Bauland zu machen, wie es einige wenige Grundstücksbesitzer unter Einschaltung eines Investors vorhaben?

Erneut formiert sich nämlich Bürger-Widerstand gegen den Bebauungsplan C 4, der in der nächsten Ratssitzung am 2. April um 18 Uhr im Rathaus Kleinhau für Gesprächsstoff sorgen könnte. Dort gibt das Planungsbüro Zimmermann nach der frühzeitigen Beteiligung der Bürger und Behörden einen Sachstandsbericht ab.

Nachbarn aufgeschreckt

Schon zweimal hatte C 4 die möglichen Nachbarn aufgeschreckt: Mehr als 60 Häuser dort waren ihnen zu viel, zumal das Zufahrtsproblem nicht gelöst war. Die Zahl der Häuser etwa auf die Hälfte „eingedampft”, will man es nun erneut versuchen. Doch beruhigen kann man die Nachbarn damit nicht.

Sie sehen nämlich nicht nur wegen der Wirtschaftskrise keinen Bedarf an neuem Bauland, zumal der Gesetzgeber fordere, erst einmal Baulücken zu schließen. Schließlich würden momentan im Internet rund 30 Objekte in Gey und Straß angeboten. Auch stünden die 29 Häuser topografisch ungünstig in Hanglage, würden isoliert von der gewachsenen Bebauung und bekämen damit eine Art Ghettocharakter. Offensichtlich nicht zu vermarktende Baugebiet in Nachbarkommunen wie Düren und Langerwehe seien Beweis genug, dass die Nachfrage nach Bauland gebremst ist. Und junge, weniger zahlungskräftige Familien mit Kindern, auf die die Gemeinde Hürtgenwald abziele, könnten sich selbst kleinere Objekte derzeit nicht leisten.

Daher fürchten die Anlieger, dass dort über Jahrzehnte Baustellen liegen werden - mit entsprechender Schmutz- und Lärmbelästigung, unabsehbaren Straßenschäden und wohl einer überforderten Kanalisation.

Viel schlimmer wiegt für die Bürger aber die geplante Zufahrt zum neuen Baugebiet durch die Nadelöhre Ober-, Feld- und Eifelstraße: 300 Autos täglich mehr dort seien einfach nicht verkraft- und unzumutbar. Bei einer Straßenbreite von nur vier Metern ohne Gehweg würden Kinder und Fußgänger erheblich gefährdet. Dass Kindergartenplätze in Gey und Angebote für junge Leute in der nahen Umgebung fehlen, merken die Anlieger nur am Rande an.

Deshalb fordern sie die Politiker auf, die Interessen der Bevölkerungsmehrheit gegen die finanziellen Interessen einiger Weniger verantwortungsvoll abzuwägen - und die Ausweisung des Baugebietes C 4 abzulehnen.

„Rückenwind” erhalten sie dabei von der Ortsgruppe Düren des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): Die Häuser würden nicht nur das Landschaftsbild verschandeln, sondern auch die dortige Biotopvernetzung zerstören. In der Bergstraße sei eine „Wochenstube der Zwergfledermaus”.

In Gefahr sehen die Umweltschützer auch Dauergrünland und Streuobstwiesen sowie Lebensräume weiterer Fledermausarten, geschützter Vogelarten wie Grünspecht, Gartenrotschwanz und Haselmaus und nicht zuletzt einiger Reptilien- und Schmetterlingsarten wie Ringelnatter und Blindschleiche, Waldbrettspiel und Aurorafalter. Auch könnten brütende Neuntöter und Rotkehlchen verdrängt werden.
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