Gey: Unfallkommission lässt die Fahrbahn verengen

Von: Stephan Johnen
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Bisher gab es drei Kollisionen auf der Ortsumgehung von Gey. Foto: Johnen

Gey. Offiziell eröffnet wird die Ortsumgehung von Gey im Januar. Nach drei Unfällen mit sechs Leichtverletzten und zwei Schwerverletzten ist das Teilstück der Bundesstraße 399 allerdings kurz davor, offiziell als Unfallhäufungsstelle klassifiziert zu werden.

Drei Unfälle in einer Woche - diese traurige Bilanz war Grund genug für Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch, am Freitagmorgen die Einberufung einer Unfallkommission anzustoßen.

Vertreter der Gemeinde, des Ordnungsamtes, des Straßenverkehrsamtes, der Polizei und des Landesbetriebs Straßen nahmen die Kreuzung der Bundesstraße 399 mit der Kreisstraße 29 unter die Lupe. Dort war es am Vortag zu einem Unfall gekommen ist - eine Stunde, nachdem es bereits an der Kreuzung der B399 mit der K31 gekracht hatte. Was ist dort los?

„Keiner der Fahrer hat die Stopp-Schilder absichtlich ignoriert - doch alle Fahrer haben die Haltelinie ohne zu halten überfahren. Sie gehören auch nicht zur Zielgruppe”, fasste Polizeihauptkommissar Wolfgang Franzen von der Direktion Verkehr die Unfallanalyse zusammen. Will heißen: Die Fahrer waren ortskundig - und offenkundig keine überhitzten Fahranfänger. „Wer eine Strecke über Jahrzehnte fährt, nimmt Veränderungen nicht immer so wahr, wie er sie wahrnehmen sollte”, fährt Franzen fort. Grund für die Unfälle ist aus Sicht der Kommission die Gewohnheit.

Kein Einzelfall. „Die ersten Wochen sind immer kritisch”, sagte Norbert Schiewe vom Straßenverkehrsamt. Straßenbaubetrieb-Sprecher Bernd Aulmann berichtete auf Anfrage der DZ von Autofahrern, die mit ihrem Fahrzeug auf der Mittelinsel eines Kreisverkehrs strandeten.

Das Gefahrenpotenzial der Kreuzungen rund um Gey indes verkennt niemand. Um die Gewohnheit der Fahrer aufzubrechen, und sie verstärkt auf die neue Situation hinzuweisen, wurden am Freitag als Sofortmaßnahme alle Einmündungsbereiche der Kreuzungen mit Baken verengt und mit Warnlampen ausstaffiert. Zwei Monate lang sollen diese Barrieren bleiben. „Danach gilt es, die Situation erneut zu analysieren”, sagt Karl-Josef Reinartz vom Landesbetrieb. Die Polizei kündigte an, das Verkehrsgeschehen genau zu kontrollieren.

Kritik aus der Bevölkerung, die Kreuzung der B399 mit der K29 sei unübersichtlich, wies Reinartz zurück. Die Planung der Straße entspreche den Richtlinien. Sollte die zeitlich begrenzte Verengung der Straßen jedoch nicht zum gewünschten Resultat führen und die neue Vorfahrtssituation weiter übersehen werden, müssten weitere Maßnahmen überdacht werden.

Die Polizei appelliert an alle Autofahrer, besondere Vorsicht walten zu lassen. Geys Ortsvorsteher Helmut Rösseler fasst es mit diesen Worten zusammen: „Vorfahrt darf nicht zur Gewohnheit werden.”
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