Gewerkschafter trommeln in Düren für soziale Gerechtigkeit

Von: fjs
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Gerüstet für die Mai-Kundgebung am „Tag der Arbeit“: Der DGB-Kreisvorsitzende Ludger Bentlage (rechts), Bezirksvorsitzender Ralph Woelk und Gewerkschaftssekretärin Ann-Katrin Steibert haben die regionalen Forderungen formuliert. Foto: Schröder

Düren. Zum diesjährigen „Tag der Arbeit“ hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Bundespolitik im Fokus. „Auf einigen Feldern besteht dringender Handlungsbedarf. In diesen Feldern steckt der Bund den Rahmen ab“, sagt Ralph Woelk, DGB-Vorsitzender der Region Nordrhein-Westfalen Süd-West.

„Wir sind viele. Wir sind eins“, ist das diesjährige Motto, unter dem am Montag, 1. Mai, am „Tag der Arbeit“ die Gewerkschaften wieder auf die Straßen gehen.

Die Dürener Kundgebung beginnt um 10 Uhr mit einem Demonstrationszug ab Kuhgasse durch die Innenstadt zum Rathausvorplatz. Dort spricht der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes, Ludger Bentlage. Im Hinblick auf die Bundestagswahl im September haben die Gewerkschaften ein Themenpapier zur sozialen Gerechtigkeit erstellt und erhoffen sich von der Politik Antworten auf Fragen und Themen, die den Arbeitnehmer-Vertretern unter den Nägeln brennen. Aus dem Katalog der Forderungen an die Politik gehen die hiesigen Gewerkschaftler mehrere Themen an.

Mehr Mitbestimmung gefordert

„Die Tarifbindung sinkt ab und die Tarifflucht nimmt zu“, umreißt Ralph Woelk einen Bereich. Nach Ansicht des DGB werden Tarifverträge unterlaufen. „Hier hilft nur die Stärkung der Allgemeinverbindlichkeit“, so Woelk, dem auch das Verfahren zur Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge zu langsam geht. Ein weiteres Augenmerk gilt der Mitbestimmung. „Die Gründung von Betriebsräten wird erschwert und sogar verhindert“, hat Ludger Bentlage festgestellt.

Den Arbeitnehmervertretern scheint es dringend an der Zeit, das Betriebsverfassungsgesetz zu reformieren und den aktuellen Bedingungen in der Arbeitswelt anzupassen. „Wir wissen, dass da noch dicke Bretter zu bohren sind“, schätzt Ludger Bentlage die Situation ein. Auf dem DGB-Wunschzettel findet sich auch das sogenannte Verbandsklage-Recht. „Der einzelne Arbeitnehmer überlegt sich eine Einzelklage, fürchtet er doch um seinen Arbeitsplatz. Da könnte und das Verbandsklagerecht helfen.“

Ein weiteres Feld, auf dem die Gewerkschaften dringenden Handlungsbedarf sehen, ist das Thema Rente. „Immer mehr Personenkreise rutschen in die Altersarmut“, fürchtet Ludger Bentlage und spricht sich dafür aus, „das Renten-Niveau über 50 Prozent zu halten. Insbesondere für die unteren Einkommen sind andere Messwerte notwendig“, so die Forderung des DGB. Einen Weg dazu sehen die Gewerkschaften in einer einheitlichen „Erwerbstätigen-Versicherung“.

Beim Unterhaltungsprogramm im Anschluss an die Maikundgebung will der DGB „ein soziales Netz für den Kreis Düren“ spannen. In diesem Netz sollen Wünsche und Anregungen der Arbeitnehmer gesammelt und nach Strukturierung der Politik zugeführt werden, kündigt Gewerkschaftssekretärin Ann-Katrin Steibert an.

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