Gewerkschafter beschwören: „Der 1. Mai wird nicht aussterben“

Von: Fred Schröder
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Mai-Kundgebung in der Dürener Innenstadt: Die Veranstalter erinnerten an die ersten Demonstrationen freier Gewerkschaften vor 125 Jahren. Foto: Fred Schröder

Düren. „Der 1. Mai wird nicht aussterben. Auch in Zukunft wird es genügend Kampfthemen geben, für die es sich auf die Straße zu gehen lohnt“, Felix Röhlich, Dürener SPD-Urgestein und ein Gewerkschaftler der ersten Nachkriegsstunden, ist zutiefst davon überzeugt und gab bei der Mai-Kundgebung auf dem Dürener Ahrweilerplatz diese Empfehlung mit auf den Weg.

„Es ist ein besonderer 1. Mai“, betonte DGB-Gewerkschaftssekretärin Ann-Katrin Steibert, „denn wir wollen heute aus der Geschichte für die Zukunft lernen“. Denn vor 125 Jahren, daran erinnerte die DGB-Funktionärin, gingen erstmals freie Gewerkschaften für ihre Forderungen auf die Straße.

Nach dem Marsch durch die Innenstadt und die Begrüßung durch den DGB-Kreisvorsitzenden Heinz Peltzer widmete sich eine Gesprächsgruppe mit Felix Röhlich, Jürgen Lüppe und dem SPD-Landtagsabgeordneten Peter Münstermann sowie den beiden jungen Gewerkschafterinnen Jennifer Schüssler und Katharina Faust sowohl dem Rückblick als auch der Perspektive.

Felix Röhlich berichtete vom 1. Mai 1946, als die junge Freie Deutsche Gewerkschaft sich vor dem Amtsgericht versammelte. Hier stand noch der Wiederaufbau im Vordergrund. Später bestimmten dann unter anderen Themen die Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer, die Fünf-Tage-Woche und Lohnanpassungen sowie Verbesserung der Arbeitsbedingungen die Forderungen der Gewerkschaften.

Die Bemerkung von Ann-Katrin Steibert, „dass hier mehr Senioren als junge Leute sind“, beantworteten Katharina Faust und Jennifer Schüssler auf ihre Weise: „Es muss noch mehr geschehen; es wird weitere Themen geben, in die die Jugend einsteigen muss und wird“, so Katharina Faust. Exemplarisch nannte sie Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sowie den ständigen Ausbau der Bildung.

Naturgemäß widmete sich Münstermann, Ex-Betriebsratsvorsitzender bei RWE, schwerpunktmäßig der Diskussion um die Kohlepolitik. „Keine Strafsteuer auf die Kohle – das wäre eine Gefährdung für die Region“, bezog er klar Position.

Für einen Strukturwandel benötigte man Zeit, „denn wir müssen sehen, dass hier vor Ort die Menschen ihre Arbeit behalten“, so der Landtagsabgeordnete. Wenn im Kohlebergbau kein Geld verdient werde, bestehe die Gefahr, dass auch die Rekultivierung der Tagebaulöcher auf der Strecke bliebe. Anschließend wurde auf dem Ahrweilerplatz ein Familienfest gefeiert.

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