Gewerbegebiet: „Ampel“ erhält einen Dämpfer

Von: Stephan Johnen
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Langerwehe/Düren. Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels wollte seinen Augen kaum trauen, als er in der Zeitung las, welche Pläne die Dürener „Ampel plus“ für das interkommunale Gewerbegebiet Langerwehe/Düren hat.

„Diese Pläne hat kein Vertreter der ‚Ampel‘ bei uns vorgestellt. Es wurde zu keiner Zeit mit der ‚Ampel‘ darüber gesprochen“, zeigte sich Göbbels irritiert über die Äußerungen der Dürener Koalitionäre. „Ich erwarte vor solchen Äußerungen, dass die Gemeinde Langerwehe beteiligt wird“, ist der Bürgermeister verärgert über das Verhalten der „Ampel“. „Wir sind schließlich nicht der Juniorpartner.“ Mehr als drei Viertel des geplanten Gewerbegebietes liegen auf Seite der Töpfergemeinde.

Heinrich Göbbels stellt klar: „Ansprechpartner für die Gemeinde Langerwehe sind nach wie vor Dürens Bürgermeister Paul Larue, Baudezernent Paul Zündorf und die Wirtschaftsförderung der Stadt.“ Der Ampel verpasst Langerwehes Bürgermeister einen klaren Dämpfer: „Ignoriert die ‚Ampel‘ die Gespräche, die bislang von uns mit Larue und Zündorf geführt worden sind? Ignoriert sie, dass ein Beirat gegründet werden soll, in dem alle Pläne ausgetauscht und abgestimmt werden? Darüber herrschte über Parteigrenzen hinweg Konsens. Das Ganze wirkt auf mich wie Aktionismus.“

„Wir bringen die Filetstücke ein“

Nicht nachvollziehen könne Göbbels auch die Art und Weise der Präsentation. „Hier wird der Eindruck erweckt, dass gleich morgen der Bagger anrücken kann“, sagt er. „Dabei müssen wir zunächst einmal mit vereinten Kräften dafür sorgen, dass mit der L 12n die neue Lebensader Langerwehes gebaut wird.“ Denn ohne die neue Landstraße, die die neue Autobahnanschlussstelle mit dem Kernort verbindet, werde es auch kaum ein Gewerbegebiet geben. „Die ‚Ampel‘ ist ihrer Zeit offenbar voraus“, kommentierte Göbbels die Aussagen der Dürener Koalition. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Forderung nach einem energieautarken „grünen“ Gewerbegebiet sei „kein großer Sprung, sondern mittlerweile Standard bei solchen Planungen“. Göbbels mutmaßt: „Vielleicht ist sich die ‚Ampel‘ der Tragweite ihrer Äußerungen ja nicht bewusst.“

Göbbels betont: „Das Gewerbegebiet ist zu wichtig für die Zukunft der Gemeinde, um ein Scheitern zu riskieren. Unsere Gemeinde ist es auch, die die Filetstücke in dieses Projekt einbringt.“ Für die Zukunft fordert er aber eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“. „Ohne einen vernünftigen Austausch und eine gewissenhafte Abstimmung ist eine weitere Zusammenarbeit schwierig“, schreibt er der „Ampel“ ins Stammbuch.

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